14. November 2017

Rot scheitert in Dossenheim

 

(soz) Nichts zu holen für den Tabellen-Vierten bei der TSG Dossenheim - auch Handschuhsheim mit Niederlage

 

Boris Meiser hat schon viel erlebt in seiner Handball-Karriere. Er erinnert sich an ein Zweitliga-Spiel in Hoyerswerda, als er mit Kronau Ende der 1990-er Jahre 2:11 zur Pause zurücklag. „Aber dann haben wir noch 22:21 gewonnen“, berichtet Meiser. „Das ist mir dieses Mal leider nicht gelungen.“

Dieses Mal lag Meiser in der Handball-Verbandsliga mit dem TSV Rot nach 18 Minuten 0:9 bei der TSG Dossenheim zurück. Das ist ungefähr so, als ob Bayern München in der Fußball-Bundesliga in Leipzig nach einer Viertelstunde 0:3 ins Hintertreffen gerät. „Zu diesem Zeitpunkt war schon alles vorbei“, schüttelt Meiser den Kopf. „Manchmal ist es einfach zum Verrückt werden.“

Dazu muss man wissen: Rot ist nicht irgendeine Laufkundschaft, sondern kam als Tabellen-Vierter und hoffnungsvoller Meisterschafts-Anwärter zum Zweiten. Alle dachten an ein enges Spiel, nicht wenige setzten vorher auf einen Roter Auswärts-Sieg. Und dann das...

Meiser hat eine Erklärung: „Mit Sicherheit war das vor allem ein mentales Problem. Wir haben nach der Plankstädter Niederlage die Chance gewittert, wieder ganz nach oben ran zu kommen. Aber irgendwie hat uns dieses Ergebnis mehr gehemmt, als geholfen.“ Nach der Partie erinnerte sich Meiser an große Spiele der Roter Mannschaft in den vergangenen Jahren: „Auch da haben wir leider zu oft Nerven gezeigt. Ich dachte, wir haben das abgelegt. Aber leider war das nur eine Illusion.“

Zwar verkürzte Rot nach der Pause noch einmal auf 11:15, doch dann warf sich Dossenheim einen 13-Tore-Vorsprung (27:14, 54.) heraus. Am Ende deklassierte die TSG den Gast 28:19, und Meiser verabschiedet sich erst einmal vom Ziel Aufstieg: „Wir brauchen vorerst nicht mehr nach oben schauen. Wir sind derzeit nicht in der Lage zu sagen: ,Ein Aufstieg geht nur über uns.’“

Genauso ungläubig, wie Rot versucht, die Enttäuschung zu erklären, schaut Dossenheims Spielertrainer Nicolai Elfner auf die Tabelle. „Ich wusste, dass wir an guten Tagen jede Mannschaft in dieser Klasse schlagen können. Aber dass wir es so konstant hinkriegen, hätte ich nie geglaubt.“

Nach sieben Spielen steht Dossenheim ungeschlagen an der Tabellenspitze. Von Meisterschaft und Aufstieg will Elfner trotzdem nichts wissen. „Bei uns spinnt keiner herum, alle sind total entspannt“, sagt er. „Das ist auch gut so. Denn ich sehe uns nicht in der Badenliga. Das ist noch einmal ein riesengroßer Schritt. Schön wäre es, wenn wir bis Weihnachten ungeschlagen bleiben und am Ende ein Platz unter ersten Drei herauskommt.“

TSG Dossenheim: Möckel, Jünger je 7, N. Elfner 5/3, Mohr 3, Krause, Komarek, Heinicke je 2.

TSV Rot: Körner 5/1, Schenk 4, Wege, T. Steinhauser, Grün je 2, Freiseis 2/1, Bellemann, Stegmüller je 1.

 

Obwohl der TV Eppelheim ersatzgeschwächt ins Spiel gegen Königshofen ging, wurde das Spiel 33:28 gewonnen. Eppelheim lag 5:8 zurück, aber zur Pause 17:13 vorne. Beim 26:19 war die Partie entschieden. TVE-Trainer Robin Erb war nach zwei Niederlagen in Folge glücklich:"Wenn wir in unser flüssiges Laufspiel kommen, erarbeiten wir uns auch gute Torchancen. Zum Glück haben Yannick Marz und Dominik Sommer gezeigt, was sie drauf haben. Ohne ihre Leistung wäre es heute sehr eng geworden.“ Die beiden erzielten zusammen zwölf Tore.

TV Eppelheim: Marz 7, Sommer 5, Brendel, Stroh je 4, Stotz, Hofmann je 3, Huckele 3/3, Scheffzek, Sauer je 2.

 

Die zweite Niederlage in Folge kassierte der TSV Handschuhsheim in der Landesliga, musste durch das 25:33 in Großsachsen die Tabellenführung an Aufsteiger Hemsbach abgeben. Trainer Jonas Kari: „Wir haben gekämpft und geackert – aber wir waren einfach nicht gut genug. Jetzt muss ich meine Mannschaft für das Spiel nächste gegen Mannheim wieder aufbauen und in die Spur bringen.“

Über einen Erfolg konnte sich Handschuhsheim doch noch freuen: Im Kreispokal wurde ein Tag später Kreisligist TV Dielheim 41:25 besiegt. Die Löwen stehen nun im Halbfinale.

TSV Handschuhsheim: Stupp 10, Schmitt 4/2, Kuhs 3, Weber, Bald je 2, Joswig, Hanken, Heller, Frank je 1.