Liga-News

"Das ist meine schwierigste Phase"


Vorschau der Woche: Gestiegene Ansprüche in Wiesloch


Oberliga Frauen: Hohe Niederlage für die HSG St.Leon/Reilingen


Badenliga Männer: Wagner trifft gegen Ex-Klub zum Unentschieden


Badenliga Frauen: Wiesloch überzeugt beim Aufsteiger


Verbandsliga Männer: Plankstadt entscheidet Spitzenspiel für sich


Verbandsliga Frauen: Enttäuschung bei der KuSG Leimen


Landesliga & 1. Kreisliga Männer: Erneute Niederlage für Bammental


3. Liga: Duell der Brüder


Badenliga Männer: Spielabbruch wegen undichtem Dach


Verbandsliga Männer: Top-Favoriten treffen aufeinander


Landesliga Männer: "Das ist unser Angstgegner"


3. Liga: Nußloch mit dramatischer Aufholjagd


Oberliga Frauen: St.Leon/Reilingen will vierten Saisonsieg einfahren


Jugend: Unnötige Niederlage


Geschichten aus dem Kreis

Die Elfners

Zwei Brüder und ihr Vater trainieren Dossenheims Handballer

 

(soz) Am Dienstag Nachmittag telefonierte Christian Müller mit Dominic Elfner. Die beiden kennen sich nicht nur aus gemeinsamen Tagen bei der SG Nußloch, sondern sind am Sonntag Gegner. Müller ist inzwischen Trainer beim Handball-Verbandsligisten TSV Wieblingen, Elfner schon lange zurück bei seinem Heimat-Klub TSG Dossenheim – und Teil eines ganz besonderen Trainer-Teams. Zusammen mit seinem Bruder Nicolai (29) und seinem Vater Wolfgang (54) führt Dominic (30) die Geschicke des traditionsreichen Klubs, der es u.a. 1987 und 2011 bis in den DHB-Pokal schaffte.

 

 

Dass eine ganze Familie für eine erste Mannschaft verantwortlich ist, dürfte ein Novum im badischen Raum sein. Und das kam so: Dossenheim und Werner Helbig trennten sich nach der vergangenen Runde, die TSG ging auf Trainersuche - fand aber keinen geeigneten Verantwortlichen. „Da kamen einige Spieler auf uns zu und fragten, ob wir das nicht machen wollen“, sagt Dominic.

Die Elfners übernahmen Verantwortung. Aber wie sieht die Arbeitsteilung aus? „Nicolai hat das Sagen“, berichtet Dominic. „er hat Sportmanagement studiert und die meiste Ahnung. Ich bin Torwart-Trainer. Weil Nicolai ja noch spielt, wechsele ich aus. Mein Vater sitzt auch auf der Bank und unterstützt uns in allen Aufgaben neben dem Spielfeld.“

 

Die Liebe zum Handball begleitet sie schon ihr ganzes Leben. Als die beiden Brüder drei, vier Jahre alt waren, nahm der Papa, damals noch Jugendtrainer, sie mit in die Sporthalle. Die beiden entwickelten sich prächtig: Dominic schaffte es als Torwart bis in die Vierte Liga, Rückraum-Ass Nicolai spielte für den TV Großsachsen in der Dritten Liga.

 

 

Als die beiden wieder nach Dossenheim zurückkehrten, begann eine erfolgreiche Zeit mit zwei Aufstiegen in den vergangenen Jahren. Und: Sie entwickelten die schnelle Spielweise der TSG mit. „Wir sind nicht die Größten“, so Dominik, „deshalb mussten wir uns etwas anderes einfallen lassen, um erfolgreich zu sein.“

Klappt richtig gut – auch am Sonntag? Dominic Elfner lächelt, als er vom Gespräch mit Wieblingens Trainer Müller berichtet: „Er schiebt uns die Favoritenrolle zu. Aber in solch einem Nachbarschafts-Duell gibt es keinen Favoriten: Derby ist Derby.“

 


Frank Denne jetzt Kinder-Handball-Koordinator bei den Rhein-Neckar Löwen

Wenn am Sonntag der PSV Knights Heidelberg in die Saison in der 1. Kreisliga gegen Sinsheim eröffnet, fehlt einer, der jahrelang das Gesicht des Klubs war: Frank Denne (55). Seit 1991 übernahm er bei seinem Heimat-Verein Verantwortung: Erst als Spieltertrainer, später als Jugend-und Erstmannschafts-Trainer. Doch nachdem der PSV zweimal ganz knapp den Aufstieg in die Badenliga verpasste, hörte Denne auf. Ohne ihn läuft es nicht mehr richtig, die Folge war der zweimalige Abstieg in die Kreisklasse. „ Uns hat niemand geglaubt, dass wir keinen Cent an die Spieler bezahlen", sagt Denne, „aber das hat es auf Dauer sehr schwer gemacht, das Niveau zu halten." Trotzdem ist er nach wie vor überzeugt davon, dass das die richtige Entscheidung war. Der PSV ist ein kerngesunder Klub...

Inzwischen hat der Heidelberger einen neuen Trainer-Job: Seit einem Jahr ist er Kinder-Handball-Koordinator bei den Rhein-Neckar Löwen. Er verantwortet den Aufbau von Talenten ab dem Alter von drei bis einschließlich der D-Jugend (bis 12 Jahre). Dabei ist er auch zuständig für die Trainer-Ausbildung. Denn Denne, das haben sie auch bei den Meister-Löwen erkannt, war schon immer ein Querdenker. Einer, der nicht blind dem Mainstream folgt, sondern Dinge hinterfragt. So auch in seiner neuen Aufgabe: „Es gibt genügend wissenschaftliche Studien, die belegen, wie man Kinder fördert. Aber die Leute denken heute nicht um. Ein Fußballer wird als Fußballer ausgebildet, ein Handballer als Handballer." Dabei ist die Spezialisierung für Denne der falsche Ansatz. „Wichtig ist die Koordination, wichtig ist, dass die Kinder sportmotorisch ausgebildet werden. Wenn du nur eine Sportart förderst, wird das Gehirn nicht gedüngt.
Denne war immer jemand, der das Ganze im Blick hatte. Deshalb tut es ihm weh, wenn er die Entwicklung bei vielen Vereinen sieht. „Früher war ein Verein ein Ort, in dem das Soziale groß geschrieben wurde, in dem einer für anderen da war. Heute geht es in den Klubs zu sehr um die Individualisierung.
Trotz seines Jobs bei den Rhein-Neckar Löwen ist Denne offen für neue Aufgaben als Männer-Trainer. „Wenn die Verantwortlichen Ambitionen und Visionen haben, kann ich mir vorstellen, wieder etwas zu machen. Aber es muss langfristig und nachhaltig sein.“ Denne, der auch die Jugend-Kreisauswahl Heidelberg trainiert, ist so qualifiziert, dass er sich die Vereine demnächst aussuchen kann. Wetten, dass…?