Vorschau: Mittwoch den 10.04.2019

Nußloch scheitert an Sarah Thomas und an sich selbst

Handball-Frauen müssen Rückschlag im Abstiegskampf hinnehmen

 

Heidelberg (soz) „Derby-Sieger, Derby-Sieger, hej, hej“, jubelten die Heidelsheimer Handballerinnen und hüpften im Kreis. Ein paar Meter herrschte eine Mischung aus großer Enttäuschung und blankem Entsetzen. Viertligist SG Nußloch hatte gerade eines der wichtigsten Spiele der Saison krachend verloren. 15:23 hieß es im Duell gegen den direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg aus der Baden-Württemberg-Liga, Aufsteiger Nußloch verpasste so den Sprung auf den am Ende rettenden zehnten Platz. Schlimmer als die Niederlage war die Art und Weise: Von Beginn waren die Gastgeberinnen weit unterlegen, lagen 0:4 (8.), 3:9 (19.) und zur Pause 7:11 zurück. Sie scheiterten entweder an der überragenden Sarah Thomas im Heidelsheimer Tor, oft aber auch an ihren eigenen Nerven. „Die Sarah war Weltklasse“, erkannte Nußlochs Trainerin Nadine Strienz die Leistung an, „sie hat das Spiel ihres Lebens gemacht. Aber wir haben es oft auch zu einfach gemacht.“

 

Das gefürchtete Konterspiel kam vor 250 Zuschauern kaum zur Geltung. Im Positions-Angriff wurde häufig unvorbereitet abgeschlossen. Bis auf die quirlige Marie Joerg erreichte keine Nußlocher Spielerin im Angriff Normalform – was auch an einer Grippewelle lag, die in den letzten zwei Wochen Nußlochs Mannschaft erwischte. Die 15 erzielten Treffer sind trotzdem läppisch im Vergleich zu den ansonsten fast 29 Toren, die Nußloch im Schnitt pro Spiel erzielt.

 

Kurzum: Heidelsheim war an diesem Abend im Wiederholungsspiel - wegen eines Regelverstoßes wurde die Partie neu angesetzt – die bessere Mannschaft. Das erkannte auch Nußlochs Trainerin Nadine Strienz direkt nach Spielende an, als sie ihrem Gegenüber Markus Hellmann fair gratulierte. Es gibt so Tage, an denen man sich so viel vornimmt, aber einem nichts gelingen will.

 

„Heidelsheim wollte den Sieg in jeder Phase des Spiels mehr“, so Strienz. „Vielleicht haben wir es auch etwas zu leicht genommen. Heidelsheim hat zuletzt in Mannheim geschwächelt – viele meiner Spielerinnen haben diese Partie live vor Ort gesehen. Alle meine Warnungen, dass dieses Spiel bitte, bitte kein Maßstab sein soll, wurden leider nicht erhört.“

 

Das Gute nach diesem Spiel: Nußloch hat drei Spieltage vor Rundenende immer noch die Möglichkeit, den Klassenerhalt zu schaffen. Lediglich zwei Punkte beträgt der Rückstand auf den fünftletzten Platz. Am Sonntag gegen Mit-Aufsteiger Heiningen gibt es die nächste Chance. „Ich bin mir sicher, dass wir nicht mehr so auftreten wie gegen Heidelsheim“, sagt Strienz.

 

Samstag, 18 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – TSV Bönnigheim; Sonntag, 14.30 Uhr: SG Nußloch – TSV Heiningen.

 

Badenliga Männer, heute, 20 Uhr: TSG Plankstadt – TV Friedrichsfeld; Samstag, 18 Uhr: TSG Plankstadt – SG Heidelsheim/Helmsheim; 19 Uhr: TV Friedrichsfeld – TSV Birkenau; 19.30 Uhr: TSV Viernheim – HG Oftersheim/Schwetzingen 2; 19.45 Uhr: TSG Wiesloch – TV Hardheim; 20 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen – TV Knielingen; 20 Uhr: HC Neuenbürg – SG Stutensee/Weingarten; Sonntag, 17.30 Uhr: HSV Hockenheim – SG Pforzheim/Eutingen 2.

 

Badenliga Frauen, Samstag, 17.15 Uhr: TSV Viernheim – HG Oftersheim/Schwetzingen; 17.50 Uhr: TSG Wiesloch – TSV Rot; 18 Uhr: TSV Rintheim – SG Pforzheim/Eutingen; 19 Uhr: TV Schriesheim – TSV Birkenau 2; Sonntag, 15.30 Uhr: TV Brühl – SG Heddesheim, HG Königshofen/Sachsenflur – HG Saase.

 

„Wenn wir nicht so viele Punkte unnötig hätten liegen lassen, wäre es noch mal zu einem echten Spitzenspiel gekommen“, sagt Sebastian Thome. Deshalb glaubt der Trainer des Verbandsligisten TSV Rot, dass die SG Leutershausen 2 die Meisterschaft sicher hat. „Die spielen am letzten Spieltag gegen Neuthard“, so Thome, „das gewinnen sie. Aber jetzt gegen uns sollen sie noch nicht den Aufstieg feiern können. Die Party würden wir ihnen gerne versauen.“ Leutershausen hat zwei Spieltage vor Ende drei Punkte Vorsprung auf Eppelheim und Rot.

 

Der TSV Wieblingen kann mit einem Sieg gegen Neuthard den Klassenerhalt perfekt machen. Auch der TSV Malsch hat nach drei Punkten aus den letzten beiden Spielen und überzeugenden Leistungen wieder große Hoffnung. „Einen, vielleicht auch zwei Punkte müssen wir noch holen, um sicher auch nächste Saison in der Verbandsliga zu sein“, sagt Trainer Christian Koch. „Vielleicht ist es auch unser Vorteil, dass wir mit Dossenheim und Walzbachtal zwei Gegner haben, bei denen es um nichts mehr geht.“

 

Verbandsliga Männer, Samstag, 18 Uhr: TSG Dossenheim – TSV Malsch, TSV Wieblingen – TV Neuthard, TG Eggenstein – HSG Ettlingen/Bruchhausen; 19 Uhr: SG Leutershausen 2 – TSV Rot; Sonntag, 16 Uhr: TGS Pforzheim 2 – TSV Handschuhsheim; 17.30 Uhr: HG Königshofen/Sachsenflur – SV Langensteinbach; 18 Uhr: HSG Walzbachtal – TV Eppelheim.

 

Verbandsliga Frauen, Samstag, 16 Uhr: HSG St. Leon/Reilingen 2 – Spvgg. Ilvesheim; 18 Uhr: TS Mühlburg – SG Stutensee/Weingarten; 19 Uhr: KuSG Leimen – TG Neureut; Sonntag, 15.30 Uhr: SG Heidelsheim/Helmsheim – TV Dielheim; 17 Uhr: TG Eggenstein – TSV Malsch; 17.30 Uhr: SG Walldorf – HC Mannheim-Vogelstang.

 

Landesliga Männer, Samstag, 16 Uhr: TSG Wiesloch 2 – TSV Rot 2; 18.30 Uhr: TG Laudenbach – TV Bammental; 19 Uhr: SV Waldhof Mannheim – TV Großsachsen 2; 19.30 Uhr: HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim – TSV Malschenberg; 20 Uhr: TV Mosbach – TV Brühl.

 

Landesliga Frauen, Samstag, 16 Uhr: SGH Waldbrunn/Eberbach – TSV Birkenau 3; 16.30 Uhr: HSG Bergstraße – PSV Knights Heidelberg; 18 Uhr: SG Bammental/Mückenloch – LSV Ladenburg; Sonntag, 17 Uhr: SG Kirchheim – SG Schwarzbachtal.

 

1. Kreisliga Männer, Samstag, 17 Uhr: KuSG Leimen – TSV Wieblingen 2; Sonntag, 17.30 Uhr: TV Dielheim – PSV Knights Heidelberg.

 

1. Kreisliga Frauen, Samstag, 16 Uhr: SG Nußloch 2 – SG Bammental/Mückenloch; Sonntag, 15.30 Uhr: SG Walldorf 2 – SC Wilhelmsfeld, TV Dielheim 2 – TSV Handschuhsheim.

 

2. Kreisliga Männer, Samstag, 16 Uhr: TSG Dossenheim 2 – SG Walldorf; 18.30 Uhr: TV Neckargemünd – PSV Knights Heidelberg 2.

 

2. Kreisliga Frauen, Sonntag, 15 Uhr: SG Kirchheim 2 – TV Sinsheim 2.

 

3. Kreisliga Männer, Samstag, 17.30 Uhr: TSV Malsch 3 – TSV Rot 3; 20 Uhr: SG Nußloch 3 – SG Walldorf 2.

 

4. Kreisliga Männer, Sonntag, 19 Uhr: SG Kirchheim 2 – TB Neckarsteinach.

 

 

 

 

 


Liga-News:

Hoffnung für Nußloch

Wieder Sieg im Abstiegskampf der Vierten Liga gegen Mannheim

 

Heidelberg (soz) Patrick Körner war bedient. „Das muss eine einmalige Sache gewesen sein“, schüttelte der Trainer des Handball-Badenligisten TSG Wiesloch nach dem enttäuschenden 22:31 gegen den TV Knielingen den Kopf. „Solch eine Leistung ist extrem enttäuschend. Vor allem, wenn man weiß, dass es um Welten besser geht.“

 

In den letzten drei Monaten kämpfte sich Wiesloch vom Tabellenende ins Mittelfeld und beeindruckte mit tollen Spielen auch gegen Spitzenmannschaften. Doch gegen den Tabellen-Fünften war ab der 25. Minute der Wurm drin. Die Gäste zogen nach dem 11:12 bis zur Pause auf 11:15 davon. Auch in der zweiten Halbzeit war kein Aufbäumen der TSG zu erkennen, so dass das Spiel bereits nach 36. Minuten beim Stand von 12:19 entschieden war. Selbst die Umstellung auf eine offensivere Abwehr-Formation brachte nicht die erhoffte Besserung.

 

Einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen den Abstieg feierten die Viertliga-Frauen der SG Nußloch. Durch das 31:28 gegen die HSG Mannheim bleibt der Abstand zum rettenden fünftletzten Platz zwar bei vier Punkten – bei einer Niederlage wäre es allerdings fast unmöglich geworden, den Klassenerhalt noch zu schaffen. Zumal nun drei Auswärtsspiele in Folge auf dem Programm stehen.

 

Nach einer Viertelstunde dominierte Nußloch vor allem dank seiner schnellen Gegenstöße und erspielte sich einen komfortablen 14:9-Vorsprung. Doch nachdem die überragende Felicia Arnold (insgesamt 15 Tore) in Manndeckung genommen wurde, stockte das Spiel. Mannheim holte Tor um Tor auf und glich zum 20:20 aus. Erst nach einer Auszeit fand Nußloch wieder in die Spur und setzte sich auf 24:21 ab. In dieser Phase konnte sich der Aufsteiger vor allem auf Marie Joerg verlassen, die sich immer wieder geschickt gegen Mannheims Abwehr durchsetzen konnte. Nadine Strienz, Nußlochs Trainerin, war denn auch überglücklich: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat kämpferisch alles gegeben.“

 

Den ersten Neuzugang für die kommende Saison kann Nußloch auch vermelden: Kreisläuferin Marie Harbath kommt aus der A-Jugend des TSV Birkenau. Auch gut: Die Spielerinnen des diesjährigen Kaders gaben den Verantwortlichen ihre Zusage für die nächste Runde.

 

Männer-Verbandsligist TSV Rot zeigte beim 30:28 gegen die HSG Walzbachtal vor allem in der ersten Hälfte eine starke Leistung und erspielte sich einen 16:9-Vorsprung (22.). Zur Pause führte der Tabellen-Dritte immerhin noch mit 19:14. Bis zum 22:16 (40.) hatte Rot alles im Griff, verlor dann aber wie schon so oft in dieser wechselhaften Saison die Kontrolle. Mit vier Treffern in Folge verkürzten die Gäste bis zur 44. Minute auf 22:20. Beim 24:23 nur drei Minuten später war dann erstmals der Anschlusstreffer durch die HSG fällig. Jetzt stand die Partie vollkommen auf der Kippe. Doch zum Schluss fing sich Rot wieder und brachte den kleinen Vorsprung über die Zeit.

Verbandsliga & Badenliga:

„Wir sind zu einem Top-Badenliga-Team gewachsen“

Durch 26:16 gegen Knielingen St. Leon jetzt Fünfter – Malsch zittert weiter um Klassenerhalt in der Verbandsliga

 

Heidelberg (soz) Eine grandiose Leistung zeigte Handball-Badenligist HSG St. Leon/Reilingen beim letzten Heimspiel der Saison: Durch das überraschend deutliche 26:16 gegen den TV Knielingen steht die HSG nun auf einem tollen fünften Platz. Mit einem ausgedünnten Spielerkader, der verletzungsbedingt und berufsbedingt auf nur noch acht Feldspieler und zwei Torhüter geschrumpft war, war das HSG-Team seinem Gegner sowohl im spielerischen als auch vor allem im konditionellen Bereich deutlich überlegen. Einsatzfreudig, hoch konzentriert und mit viel Engagement und spielerischer Intelligenz gefiel das technisch versierte HSG-Team während der gesamten Begegnung. Es ist eigentlich schade, dass die Runde nun fast zu Ende ist, hat St. Leon doch gerade in den letzten Spielen zu einer bestechenden Form gefunden.

 

Die Gäste fanden wenig Mittel gegen die einsatzfreudigen, laufstarken Gastgeber und mussten schon früh die Dominanz der HSG erkennen. Über 6:2 und 10:5 hatte man beim 13:5 bereits einen komfortablen Vorsprung. Bezeichnend für die Einsatzfreude war auch, dass selbst in doppelter Unterzahl einen Treffer erzielte. Bis zur Pause hatten die Gastgeber eine 16:9-Führung herausgeworfen.

 

Dieser Vorsprung wurde in der zweiten Halbzeit noch einmal ausgebaut. Trainer Christopher Körner jubelte: „Mit nur acht Feldspielern haben wir eine überragende Leistung und eine tolle Moral bewiesen. Wir sind zu einem Top-Badenliga-Team gewachsen.“

 

Ähnlich stark präsentierte sich auch die TSG Wiesloch in den letzten Wochen. Das bewies die TSG auch beim 33:29 gegen den Vorletzten TV Hardheim. Nach Problemen in der ersten Halbzeit – die Seiten wurden mit einem knappen 16:15 gewechselt – steigerte sich Wiesloch wie so oft im zweiten Durchgang. Beim 20:16 war der Vorsprung schon etwas beruhigender, beim 32:25 war die Partie entschieden.

 

Beinahe wäre dem TSV Rot die Überraschung geglückt und der Verbandsliga-Dritte hätte Tabellenführer SG Leutershausen 2 nochmals kräftig in die Suppe gespuckt. Am Ende hat es dann allerdings nicht gereicht: Rot verlor 23:27, sodass die Reserve des Drittligisten einen Spieltag vor Saison-Ende die Meisterschaft und den Aufstieg in die Badenliga feiern konnte. Eine zeitweise inkonsequente Abwehr-Arbeit beim TSV und vor allem ein überragender Jörn-Thore Döding (Ausleihe der 1. Mannschaft) im Tor bescherten der SG letztendlich den Sieg.

 

Nach zunächst ausgeglichenem Beginn setzte sich Leutershausen nach dem 2:2 erstmals auf 5:3 ab. Vor allem Felix Hildenbeutel und Maximilian Hornstein konnten sich des Öfteren beinahe unbedrängt die Ecke aussuchen. Jannik Steger im Tor des TSV, der in den zurückliegenden Spielen maßgeblich an den Erfolgen seiner Mannschaft beteiligt war, hatte oftmals einen schweren Stand. Auf der anderen Seite war es der Torhüter der SG, der zahlreiche sichere Torchancen des TSV Rot zunichte machte. So konnte die Heim-Mannschaft bis zur Pause ständig einen Drei- bis Vier-Tore-Vorsprung halten.

 

Gleich nach dem Wechsel erhöhte die SGL auf 17:11. Beim 22:15 in der 47. Minute war Leutershausen auf dem Weg zu einem sicheren Heim-Sieg. Aber Rot zeigte in der Endphase nochmals Moral und Kampfgeist. Angetrieben von Dominic Steinhauser, der mit acht Treffern auch erfolgreichster Werfer in diesem Spiel war, setzte Rot zur Aufholjagd an. Die Abwehr packte energischer zu. Beim 22:20 und 24:23 war die Partie wieder völlig offen. Doch Leutershausen entschied in den letzten beiden Minuten das Spiel endgültig.

 

Ohne den erkrankten Leistungsträger Sebastian Scheffzek verlor der Tabellen-Zweite TV Eppelheim bei der HSG Walzbachtal 25:26. Zu Beginn der zweiten Hälfte war Eppelheim mit den Gedanken noch in der Kabine: Walzbachtal zog von 13:12 auf 18:13 davon. Zwar verkürzte Eppelheim auf 20:19, musste aber erneut abreißen lassen (24:21). Nun versuchte es Eppelheim mit einer offensiven Abwehr, kam dadurch auf 26:25 heran. Eine diskutable Zeitstrafe für die Gäste besiegelte endgültig die Niederlage.

 

Nichts zu holen gab es für den TSV Malsch bei der TSG Dossenheim: Durch das 21:31 muss Malsch bis zum Schluss um den Klassenerhalt zittern. Die Gastgeber hatten dabei leichtes Spiel gegen die uninspirierten Gäste. 10:6, 15:9 und 18:11 waren die Zwischenstände beim ungefährdeten Erfolg. Malsch hat damit einen Spieltag vor Saisonende einen Punkt Vorsprung auf den Vorletzten Neuthard. Mit einem Sieg gegen Walzbachtal am letzten Spieltag würden die letzten Zweifel beseitigt – oder man muss auf eine Niederlage des Konkurrenten hoffen. Trainer Christian Koch fordert: „Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir allerdings eine andere Einstellung haben als in Dossenheim.“ Wille und Kampf ist im Abstiegskampf das Mindeste, was man von einer Mannschaft erwarten kann...

 

Handschuhsheim zeigte ein gutes Auswärtsspiel in Pforzheim und belohnte sich beim 32:32 mit einem Punkt. Dabei war sogar ein Sieg drin – über weite Strecken des Spiels lagen die Löwen mit zwei bis drei Treffern in Führung.

 

Der TV Bammental verlor das Spitzenspiel in der Landesliga beim Zweiten TG Laudenbach 24:25. Dabei verspielte Bammental innerhalb von fünf Minuten eine Vier-Tore-Führung aus der ersten Halbzeit.


 

Heidelberg (soz) Heiko Neff war der Mann des Spiels bei der TSG Wiesloch: Der Rückraumspieler zeigte seine bisher beste Leistung für den Handball-Badenligisten, erzielte beim 29:26 in Stutensee sechs Tore. Vor allem war er mit vier Treffen in Folge für die Wende in diesem Spiel verantwortlich. Stutensee beherrschte den ersten Durchgang, lag 9:5 und 13:9 vorn. Nach dem 14:13 kam die große Neff-Zeit: Er brachte Wiesloch auf 14:17 in Führung. Aber auch die Abwehr verrichtete nun ausgezeichnete Arbeit. Die Folge: Wiesloch setzte sich bis auf 22:28 ab und kann sich weiter berechtigte Hoffnungen auf den sechsten Platz in der Abschluss-Tabelle machen.

 

Glanzleistung der HSG St. Leon/Reilingen: Die Spielgemeinschaft gewann 32:23 in Pforzheim und beeindruckte über die gesamte Dauer der Partie. Als Prunkstück erwies sich dabei sehr kompakte Defensive. Oftmals brachte man Pforzheim dadurch an den Rand des Zeitspiels. Die Spielstände 2:6 und 5:10 zeigten schon in der ersten Hälfte die Überlegenheit der HSG. Nach dem 11:16 zur Pause legte St. Leon sogar noch einen Zahn zu und erhöhte auf 12:20. Nach der Demonstration der Stärke festigt St. Leon seinen Platz im vorderen Mittelfeld.

 

Fast 300 Zuschauer sahen den überraschenden 25:24-Erfolg des TSV Handschuhsheim im Verbandsliga-Derby gegen die TSG Dossenheim. Dabei ging der Plan der Löwen, den Angriff der Gäste mit einer offensiveren 5:1-Deckung zu stören, voll auf. Die Gastgeber führten zur Pause 13:9.

 

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte spielten die zuletzt enttäuschenden Heidelberger wie entfesselt. Als Felix Weber einen Konter zum 18:12 in den Winkel zimmerte, tobten die Handschuhsheimer Anhänger. Dossenheim reagierte nun und nahm nach einer Auszeit Löwen-Rückraumspieler Vincent Stupp in Manndeckung. Diese Maßnahme verfehlte ihre Wirkung nicht: Die TSG verkürzte acht Minuten vor Ende auf 22:20. Doch die Löwen stemmten sich mit aller Macht gegen die endgültige Wende zugunsten der Dossenheimer und fuhren den prestigeträchtigen Derby-Sieg ein. Trainer Marius Krembsler analysierte zufrieden: „Wir sind froh, den Anhängern einen tollen Saison-Abschluss geboten zu haben.“ Denn das Derby war der letzte Auftritt in dieser Runde vor eigenem Publikum, nun stehen noch drei Auswärtsspiele auf dem Programm.

 

Acht Minuten vor dem Ende führte der abstiegsbedrohte TSV Malsch sensationell gegen Tabellenführer SG Leutershausen 2 mit 20:17. Mit einer erneut beeindruckenden kämpferischen, aber auch deutlich verbesserten spielerischen Leistung hatte Malsch schon zuvor dem hohen Favoriten Paroli geboten. Dabei tat dem TSV auch die Rückkehr von Rückraum-Ass Marius Jörres gut, der früher als erwartet aus seiner Verletzung zurückkehrte und fünf Tore erzielte.

 

In den Schlussminuten entwickelte sich ein dramatisches Spiel, in dem Malsch immer wieder die Möglichkeit zur Entscheidung hatte. Doch eigenes Unvermögen und die eine oder andere unglückliche Schiedsrichter-Entscheidung brachten Leutershausen zurück ins Spiel. Der überragende Maximilian Hornstein erzielte mit dem Schlusspfiff und seinem zehnten Treffer den 21:21-Ausgleich.

 

Schützenfest des Tabellen-Zweiten TV Eppelheim: Beim 40:25 gegen die TG Eggenstein wurden die Zuschauer mit einem Angriffsspektakel verwöhnt, wie sie es in dieser Saison noch nicht erlebt hatten. Nach dem 11:9 zog Eppelheim bis auf 21:13 zur Pause davon. Nach dem Seitenwechsel wurden die Gäste regelrecht überrannt: Vier Kontertore in Folge brachten das 27:15. Carsten Geier erzielte bei diesem Schützenfest elf Tore, hatte dabei keinen Fehlversuch.

 

Der TSV Malschenberg hat durch das 28:21 gegen den TV Mosbach immer noch Chancen, am Ende den zweiten Platz zu belegen. Nach dem 15:13 zur Pause zeigte der TSV eine starke Leistung und setzte sich kontinuierlich ab. Die Meisterschaft feierte dagegen die HSG Dittigheim durch ein 27:26 bei der HSG Mannheim.


10 Tore von Nico Maier

Wieslochs quirliger Rückraumspieler überragt beim 29:26 in Hockenheim – Bammental verspielt allerletzte Aufstiegs-Chance

 

Heidelberg (soz) Die TSG Wiesloch rückt auf den siebten Platz in der Handball-Badenliga vor. Beim Tabellenletzten HSV Hockenheim gab’s ein hart erkämpften 29:26. Dabei tat sich die TSG vor allem in der ersten Halbzeit schwer. Gegen die hochmotivierten Gastgeber, die fast schon um ihre letzte Chance im Kampf gegen den Abstieg kämpften, fand Wiesloch erst einmal keine Mittel. Fast die gesamte erste Hälfte rannte Wiesloch einem Rückstand hinterher, der kurz vor der Pause auf 8:12 und 9:14 anwuchs. Nach dem 11:15 lief es allerdings deutlich besser. Angetrieben vom überragenden, wie so oft quirligen zehnfachen Torschützen Nico Maier schaffte Wiesloch bereits in der 38. Minute den 17:17-Ausgleich. Zehn Minuten später gelang Linksaußen Florian Sauter erstmals die 22:21-Führung. In den letzten drei Minuten der Partie sorgten die nun defensiv viel besser aufgestellten Wieslocher dann für die endgültige Entscheidung. Trainer Patrick Körner zufrieden: „Nach einer schwachen ersten Halbzeit haben die Jungs Moral bewiesen.“

 

Eine bärenstarke Abwehr war verantwortlich für den zehnten Saison-Sieg der HSG St. Leon-/Reilingen. Gegen den Tabellen-Vorletzten TV Hardheim gab’s einen 27:22-Erfolg. Zunächst aber diktierten die Gäste die Partie (2:6, 10.). Mit zunehmender Spieldauer setzte sich aber die höhere Qualität des Fusions-Klubs durch. In der 25. Minute war der Ausgleich geschafft (10:10), bis zur 40. Minute das Spiel entschieden (20:14). St. Leon festigt dadurch seinen sechsten Platz.

 

Lange Zeit hielt der TV Bammental das Landesliga-Spitzenspiel beim Tabellenführer HSG Dittigheim offfen – schließlich stand aber doch eine 23:28-Niederlage, so dass die letzte kleine Chance des bisherigen Tabellen-Dritten auf den Aufstieg vorbei ist. Kreisläufer Jochen Zimmer sorgte kurz vor der Pause mit zwei Toren in Folge zum 12:12, beim 14:15-Halbzeitstand war noch alles offen. Doch bereits zehn Minuten nach Wiederanpfiff lag Bammental 17:21 zurück – ein Rückstand, den der TVB nicht mehr aufholen konnte. Da nutzten auch die fünf Tore des kurzfristig reaktivierten Florian Hees nichts: Der Rückraumspieler sprang für den schwer am Knie verletzten Lukas Huber ein.

Beim ehemaligen Tabellenführer TSV Malschenberg ist in der Rückrunde der Wurm. Zwar führten die Gastgeber beim TV Hemsbach 5:1 und 8:5, verloren aber am Ende 22:27. Dabei fiel die Entscheidung zwischen der 29. und 42. Minute: In dieser Zeit gelang Malschenberg kein Treffer, Hemsbach konnte von 12:13 auf 12:20 davonziehen.


Sensations-Siege von Wieblingen und Malsch

Dramatik bei den Derbys in Dossenheim und Handschuhsheim

 

soz. 150 mitgereiste Anhänger hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen, als der Interims-Spielertrainer Marco Widmann eine Sekunde vor dem Ende für das 32:31 des TSV Wieblingen bei der so heimstarken TSG Dossenheim sorgte. Durch den dritten Derby-Sieg in Folge – vorher wurden Handschuhsheim und Malsch deklassiert – haben die Heidelberger zwei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Das zeigt, wie wichtig dieser Erfolg war.

 

Das Nachbarschafts-Duell stand auf hohem Niveau. Gegen Ende der ersten Halbzeit hatte Dossenheim, das ohne Stammtorwart Dominic Elfner antreten musste, eine gute Phase und legte auf 17:14 vor. Doch die Gäste stemmten sich mit viel Leidenschaft und großem Willen gegen die Niederlage. Sie konnten sich dabei im Angriff auf vier Spieler mit Top-Qualität verlassen: Widmann (6), Lukas Wolf (8), Jan Dexheimer (11) und Lukas Messerschmidt (5) erzielten zusammen 30 (!) Tore. Auch eine Rote Karte für Wolf nach 48 Minuten konnte Wieblingen an diesem Abend nicht stoppen. Dossenheim verwandelte zwar einen 26:28-Rückstand in ein 30:29 (57.) – doch am Ende eines harten, aber fairen Derbys jubelte Wieblingen.

 

Einen ähnlich überraschenden Erfolg feierte der TSV Malsch. Denn das 27:25 beim TSV Handschuhsheim gelang trotz einer prekären personellen Situation: Malsch konnte nur sieben etatmäßige Feldspieler aufbieten, weshalb sich Trainer Christian Koch ab der 35. Minute noch einmal das Trikot überstreifte und Torwart Moritz Fröhlich kurzerhand zum Feldspieler umfunktioniert wurde. Zunächst nahmen aber die Gastgeber im ersten Spiel unter den Übergangstrainern Krembsler, Lawand und Phillips das Heft in die Hand, führten 5:2 und zur Pause 14:11 – auch, weil Malsch in dieser Phase zwei Siebenmeter verwarf. Im zweiten Abschnitt wendete sich alles: Malschs wurfgewaltiger Rückraumspieler Christian Breitenstein kam nach 43 Minuten trotz Krankheit in die Partie und stellte mit einem Doppelschlag die 16:17-Führung her.

 

Malsch war nun am Drücker und kam über 20:23 und 22:26 zu einem aufgrund der Personal-Situation für einen nicht für möglich gehaltenen Auswärts-Sieg. „Das war eine Energieleistung mit dem Mut der Verzweiflung“, sagte Trainer Christian Koch später. „Mit diesem Kampf können wir den Klassenerhalt schaffen.“

 

Handschuhsheims Trainer Marius Krembsler analysierte: „Eine zu schwache Chancenverwertung und zu viele überhastete Angriffe waren das Problem. Jetzt gilt es, den Kopf wieder hoch zu nehmen und nächste Woche im Derby gegen Dossenheim noch mal zu zeigen, was wir wirklich können.“

 


Eppelheim gestürzt! Rot rätselhaft! Wieblingen famos! Malsch desolat!

 

soz. Dass die TGS Pforzheim II beim Rückspiel in Eppelheim anders auftreten würde als in der Vorrunde – der TVE landete dort einen Kanter-Sieg – war jedem klar, der die Entwicklung der jungen Mannschaft verfolgt hat. So war das Heim-Team durchaus gewarnt, zumal man auf den noch verletzten Top-Torschützen Mirko Hess und Kreisläufer Simon Stroh verzichten musste. Dass mit der erneuten Verletzung von Dominik Sommer im Verlauf des Spiels zusätzlich ein weiterer Routinier ausfiel, erklärt vielleicht, dass doch zu viele Fehler im Angriffsspiel gemacht wurden, sodass am Ende ein 27:27 (13:14) auf der Anzeigetafel stand.

 

Dabei begann das Spiel vielversprechend, der TVE fand immer wieder Lösungen gegen die offensive Abwehr der Gäste und führte nach zehn Minuten mit 5:3. Doch erste technische Fehler nutzten die Pforzheimer zu Ausgleich und Führung.

 

Nach dem Seitenwechsel setzten sich die Gäste zunächst auf drei Tore ab (15:18), aber ein toller 5:0-Lauf bescherte dem TVE einen Vorsprung, der nur deshalb nicht vorentscheidend war, weil beste Chancen nicht genutzt wurden und Ballverluste dem Gegner die Rückkehr ins Spiel ermöglichten. So war die Partie bald wieder ausgeglichen. Sebastian Scheffzek rettete mit seinem fünften Treffer kurz vor Schluss den Ausgleich. Er, Christopher Föhr und vor allem der in Bestform befindliche Philipp Stotz waren die Garanten des Punktgewinns – denn so muss man nach dieser Leistung das Ergebnis für den nun gestürzten Tabellenführer bezeichnen. So war Sebastian Dürr, der für den verhinderten Robin Erb die Mannschaft coachte, nicht gerade begeistert: „Es ärgert mich einfach, wenn wir nicht das auf die Platte bringen, was wir wirklich können.“

 

Der TSV Rot gewann zwar 29:25 gegen die abstiegsbedrohte TG Eggenstein, bleibt Tabellen-Dritter – aber nach wie vor auch ein Rätsel. Denn die hochtalentierte Mannschaft schafft es in dieser Saison einfach nicht, 60 Minuten konzentriert zu Ende zu bringen. Während man in Durchgang eins dieser Begegnung noch den Gegner klar beherrschte, glich das Spiel des TSV in der zweiten Spielhälfte einem Fiasko. Wieder einmal – wie schon so oft in dieser Saison - ließ man einen Gegner, den man eigentlich schon sicher am Boden hatte, zu neuem Leben erwachen. Mit 19:10 lag Rot in der 33. Minute in Führung und hatte bis zu diesem Zeitpunkt souverän den Ton angegeben. Knappe zwölf Minuten später war der Gast beim 20:17 wieder auf Schlagdistanz.

 

Rot begann hochmotiviert und ließ die Gäste zunächst überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Die Abwehr stand kompakt und hatte mit Jannik Steger im Tor einen sicheren Rückhalt. Volle 13 Minuten dauerte es, ehe den Gästen der erste Treffer gelang. Rot hatte bis zu diesem Zeitpunkt schon sieben Mal eingenetzt.

 

Doch kurz nach der Pause ließ die Konzentration nach. Eggenstein kam zu leichten Toren. Mit fünf Treffern in Folge machten es die Gäste bis zur 40. Minute (19:15) wieder etwas spannend. In der Folge stabilisierte sich das Spiel des TSV zwar wieder etwas – dennoch blieb es nun bis in die Endphase hinein eng, die TG kam unnötigerweise mehrmals noch auf drei Treffer heran.

 

Nächstes beeindruckendes Lebenszeichen des TSV Wieblingen im Kampf um den Klassenerhalt: Die Heidelberger setzten sich im Nachbarschafts-Duell gegen den TSV Handschuhsheim 30:18 durch und verlassen erstmals seit Wochen den (vorletzten) Abstiegsplatz. Sechs Treffer in Folge gleich zu Beginn brachten Wieblingen auf die Siegerstraße. Zur Pause hatten die spielfreudigen, von einem überragenden Jan Dexheimer auf der Rückraum-Mitte-Position immer wieder angetrieben und gekonnt in Szene gesetzt, die Partie beim 15:6 bereits entschieden. „Wieblingen war in allen Belangen besser“, erkannte Handschuhsheims Trainer Jonas Kari neidlos an, „der Sieg war auch in dieser Höhe verdient. Sie hatten den größeren Willen, wir zudem richtig schlecht.“ Handschuhsheim konnte den Ausfall von mehreren Stammspielern in diesem Spiel nicht verkraften.

 

Desolat präsentierte sich auch der TSV Malsch. Mit 19:24 verlor die Mannschaft vom Letzenberg gegen die bereits abgestiegene HG Königshofen, zeigte dabei vor allem in der zweiten Halbzeit keine verbandsliga-taugliche Leistung. Durch diese nicht einkalkulierte Niederlage rutscht Malsch auf den vorletzten (Abstiegs)Platz – nachdem man zu Beginn der Rückrunde bereits auf einen ruhigen Saison-Ausgang gehofft hatte, muss man nun das Schlimmste befürchten. Denn der Trend der letzten Wochen mit zwei schwachen Leistungen in Wieblingen vor einer Woche und nun gegen Königshofen spricht nicht gerade für Malsch.


Jonas Ruß lässt Wiesloch jubeln

Siegtor im Badenliga-Derby gegen St. Leon eine Sekunde vor dem Ende

 

Heidelberg (soz) Selten in den vergangenen Jahren sahen die 350 Anhänger ein so spannendes, emotionsgeladenes, hochklassiges Badenliga-Derby wie am vergangenen Wochenende. Das Duell zwischen der TSG Wiesloch und der HSG St. Leon/Reilingen hatte alles, was den Handball-Sport ausmacht. Am Ende siegte Wiesloch durch einen Treffer eine Sekunde vor dem Ende von Jonas Ruß mit 28:27.

 

Dabei hatte zunächst St. Leon alles im Griff. Sie führten 0:3 (2.), 6:9 (14.) und 9:13 (18.), ehe die kampfstarken Wieslocher besser ins Spiel fanden und es bis zur Pause (17:16) wendeten. Im zweiten Abschnitt war es ein großartiges Kampfspiel, in den letzten 20 Minuten konnte keine der Mannschaften mit mehr als einem Treffer in Führung gehen. 30 Sekunden vor dem Ende kam Wiesloch noch mal in Ballbestitz – und nutzte die Chance eiskalt. Damit nahm die TSG auch Revanche für die Hinspiel-Niederlage. Trainer Patrick Körner, der das Duell mit seinem Bruder Christopher (Coach bei der HSG) für sich entschied, sagte überglücklich: „Endlich konnte sich meine Mannschaft mal wieder für eine gute Leistung belohnen.“ Beide Mannschaften kämpfen nun in den letzten vier Spielen um den sechsten Platz – nachdem sowohl Wiesloch als auch St. Leon in der Vorrunde lange um den Klassenerhalt zittern mussten, ist das eine mehr als akzeptable Leistung. Zumal man berücksichtigen muss, dass sich beide Klubs vor der Saison neu aufstellen mussten.

 

Nach vier Niederlagen stoppte der TSV Malschenberg in der Landesliga seine Talfahrt und holte beim 29:29 gegen den TV Brühl wenigstens mal wieder einen Punkt. Dabei taten sich die Gastgeber gegen die offensive Abwehr der Mannheimer zunächst schwer. Deshalb führte Brühl zur Pause verdient 10:15. Malschenberg zeigte sein Kämpferherz, verkürzte mit vier Toren in Folge auf 18:20 (42.) und glich fünf Minuten später sogar zum 22:22 aus. Doch sechs Minuten vor dem Ende lag der Herbstmeister erneut fast aussichtslos 24:28 in Rückstand. Dank einer enormen Leistungssteigerung vor allem in der Abwehr gelang noch eine famose Aufholjagd. Jannis Haupt erzielte eine Minute vor dem Ende mit seinem vierten Treffer den vielumjubelten Ausgleich.

 

Seit Wochen präsentiert sich der TV Bammental in einer herausragenden Verfassung. Das zeigte der TVB auch beim 34:27 gegen den bisher so starken Aufsteiger TV Mosbach. Den Grundstein legte die Mannschaft von Trainer Marc Winterhalder bereits in der ersten Halbzeit: 10:6 und 16:11 waren die Zwischenstände, ehe Bammental mit einem beruhigenden 19:12 in die Pause ging. Die Dominanz änderte sich auch im zweiten Abschnitt nicht: Zwischenzeitlich hatte der TVB zehn Tore Vorsprung. Vor allem Lukas Huber mit zwölf und Jochen Zimmer mit neun Toren ragten aus einer bärenstarken Mannschaft heraus. Allerdings verletzte sich Huber kurz vor Schluss am Knie – dem großen Talent droht das Saison-Aus.

 

Bammental ist nun bereits Dritter, der Rückstand auf Tabellenführer Dittigheim hat sich in den vergangenen Wochen auf einen Pluspunkt verringert. Allerdings sind die Taubertäler noch mit zwei Spielen in Rückstand. Nächste Woche hat Bammental beim Spitzenspiel in Dittigheim die letzte Chance, das Meisterschafts-Rennen noch mal spannend zu machen.


Neuer Anlauf mit Frank Schmiedel

Nußlochs zweite Mannschaft muss Aufstieg nach dem 19:27 gegen Eppelheim erneut abhaken

 

Heidelberg (soz) Die Pläne für den Aufstieg liegen schon längere Zeit in der Schublade. Bereits seit fünf Jahren versucht die SG Nußloch, ihre zweite Mannschaft hochzuhieven. Denn die 1. Kreisliga ist nicht der geeignete Unterbau für eine Drittliga-Mannschaft mit Ambitionen, das haben sie bei den Blau-Weißen schon länger erkannt. Aber immer wieder scheiterte die Mannschaft – so höchstwahrscheinlich auch in dieser Saison. Nach dem 19:27 im Spitzenspiel gegen Tabellenführer TV Eppelheim II hat Nußloch bereits sechs Punkte Rückstand. Bei noch sechs ausstehenden Spielen ein fast unmögliches Unterfangen. Deshalb planen sie in Nußloch bereits den nächsten Anlauf. Frank Schmiedel steht bereits als Trainer ab der kommenden Saison fest. Schmiedel ist ein alter Bekannter im Rhein-Neckar-Raum: Er trainierte den TV Bammental, dann die SG Heddesheim und den TV Friedrichsfeld. In dieser Runde verschlug es ihn zum hessischen Bezirks-Oberligisten Bonsweiher.

 

„Wir sind überzeugt, dass es mit ihm klappt“, sagt Sportkoordinator Christian Fingerle. „Wir wollen es so machen, wie Eppelheim am Samstag gegen uns gespielt hat: Eine ganz junge Mannschaft aufbauen, dazu noch zwei, drei erfahrene Spieler mischen.“

 

Der erste Neuzugang steht auch schon fest: Rückraum-Spieler und Eigengewächs Patrick Fehringer kehrt vom Badenligisten HSG St. Leon/Reilingen zurück.

 

Das Spitzenduell gegen Eppelheim ist schnell erzählt: Die Gäste übernahmen ab Mitte der ersten Halbzeit das Kommando, führten 8:12, später 11:15, 13:18 und 17:22. Eppelheim hat nun nur noch einen ernst zu nehmenden Verfolger: den PSV Heidelberg.

 

In der Verbandsliga gewann Tabellenführer TV Eppelheim das Spitzenspiel bei der TSG Dossenheim 30:28. Das Spiel begann mit einem Blitzstart der Gäste. Doch die 0:4 Führung schwand schnell dahin, als sich Dossenheim gefangen hatten und mit sieben Toren in Folge das Spiel scheinbar in ihre Richtung umbogen. Beim 13:9 kurz vor der Pause nahm der TVE seine Auszeit. Die fruchtete, Eppelheim glich zum 13:13 aus.
Drei Minuten nach Wiederanpfiff kassierte Dossenheims Spielertrainer Nicolai Elfner eine Zeitstrafe – diese Verunsicherung nutzte der TVE zu drei Kontertoren und erlangte eine Führung (15:19), die die Hausherren in der verbliebenen Zeit zwar immer wieder reduzieren, aber nie egalisieren konnten. Beim 21:22 waren sie dran, aber kurz darauf führten die Gäste wieder 22:26.

 

Eppelheims Trainer Sebastian Dürr, der den verhinderten Robin Erb vertrat, war von seinem Team begeistert: „So einen Einstand als Alleinverantwortlicher hätte ich mir nicht im Traum vorgestellt. Dabei mussten wir in der zweiten Spielhälfte auf unseren Haupttorschützen Mirko Hess verzichten, der aufgrund einer Knöchelverletzung nur noch zuschauen konnte. Aber mit dieser Moral ist vieles möglich. Ich bin stolz auf das Team.“

 

Das Keller-Duell zwischen den beiden abstiegsgefährdeten TSV Wieblingen und TSV Malsch entschieden die Heidelberger überraschend deutlich 34:20 für sich. Bis kurz vor der Pause hielt Malsch noch mit. Nach der Roten Karte für ihren wurfstarken Rückraumspieler Marius Jörres beim Stand von 11:8 (27.) brachen aber alle Dämme. Wieblingen zog nun unaufhaltsam davon: 13:8 zur Halbzeit, 17:9 und 23:12 waren die Zwischenstände gegen nun desolate Gäste, die ohne Mut und Biss spielten. Wieblingen hat sich nun wieder an das untere Mittelfeld herangekämpft und kann auf diese Leistung aufbauen.

 

Der Abstiegskampf in der Verbandsliga ist in dieser Saison besonders hart: Fünf Mannschaften kämpfen noch um den Klassenerhalt, sie liegen lediglich drei Punkte auseinander.

 

Über weite Strecken des Spiels präsentierte sich der TSV Handschuhsheim völlig von der Rolle. „Wir haben eigentlich den einen Punkt nicht verdient“, sagt Trainer Jonas Kari nach dem 25:25 gegen Ettlingen. 6:12, 15:19 und 18:22 lagen die „Löwen“ zurück, ehe sie sich doch noch auf ihr Können besannen und eine Aufholjagd starteten. Eine Minute vor dem Ende erzielte Felix Weber sogar die 25:24-Führung. Schließlich entführten die abstiegsbedrohten Gäste doch noch verdientermaßen einen Punkt.


„Sie haben uns den Strom abgedreht“

Im Spitzenspiel der Handball-Verbandsliga hatte Eppelheim gegen Leutershausen 2 keine Chance

 

Eppelheim (soz) Robin Erb atmete einmal tief und durch, bevor er sagte: „Jetzt sind wir wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet.“ Der Aufprall war hart, denn der Trainer und seine Handballer des TV Eppelheim verloren das Spitzenspiel der Verbandsliga vor 400 (!) Zuschauern gegen die SG Leutershausen 2 21:27. Nur in der Anfangsphase war Eppelheim ebenbürtig, führte 7:5 und hielt bis zum 9:9 das Spiel offen. Doch schon zur Pause hatte sich die Drittliga-Reserve einen komfortablen 11:15-Vorsprung herausgespielt und zeigte eindrucksvoll, warum man von allen Experten als Aufstiegs-Favorit Nummer 1 gehandelt wird. „Sie haben eine wahnsinnige individuelle Klasse“, sagt Erb, „Felix Hildenbeutel ist ein treffsicherer Rückraumspieler, Max Hornstein hat eine unglaubliche Dynamik.“ Beide Akteure bekam Eppelheim nie in den Griff, sie erzielten zusammen 15 Treffer. Dazu noch die famose Leistung von Torwart Benjamin Gärtner, „der uns in vielen entscheidenden Phasen freie Bälle weghielt“ (Erb).

 

Leutershausen dominierte auch in der zweiten Halbzeit und kam über 13:20 und 17:24 zu einem ungefährdeten Erfolg. „Wir hatten niemanden in absoluter Top-Form“, haderte Erb. „Ein verdienter Erfolg von Leutershausen. Sie haben es geschafft, uns immer wieder den Strom abzudrehen. Die SGL war ein starker Gegner – trotzdem ärgern wir uns, weil so viele Zuschauer kamen. Vor solch einer tollen Kulisse hätten wir gerne das Spiel offener gestaltet.“

 

Die Ausgangslage vor den letzten fünf Spielen: Leutershausen bleibt zwar einen Pluspunkt hinter Eppelheim, hat aber zwei Spiele und drei Minuspunkte weniger. „Ich bin Realist“, so Erb. „Die sind so stark und verlieren maximal noch ein Spiel. Und wir haben noch so schwere Aufgaben vor uns, dass ich nicht glaube, dass wir ungeschlagen die letzten fünf Spiele bestreiten können. Ich glaube jetzt, dass nur noch Pforzheim Leutershausen die Meisterschaft streitig machen kann.“ Aber eigentlich, das hat dieses Spitzenspiel bewiesen, kann sich Leutershausen nur selbst schlagen.

 

TV Eppelheim: Scheffzek, Stroh je 4, Föhr 3/1, Stotz, Marz, Hess, Geier je 2, Sommer 2/2.

 

SG Leutershausen 2: Hornstein 9, Hildenbeutel 6, Koch 4, Mohr 3/1, Gasser, Drommer je 2, Baltz 1.


Philipp Pfisterer entscheidet Derby

Handball-Verbandsliga: Siegtor-Schütze beim 25:24 zwischen Dossenheim und Rot – Eppelheim gewinnt glücklich in Wieblingen

 

Heidelberg (soz) Zwei dramatische Derbys und eine sensationelle Wende im Spitzenspiel zwischen Pforzheim und Meisterschafts-Favorit Leutershausen 2 (28:26 nach 15:24) standen im Mittelpunkt des 20. Spieltags der Verbandsliga.

 

Doch der Reihe nach: Der letztjährige Vize-Meister TSG Dossenheim bezwang den bisherigen Tabellen-Dritten TSV Rot 25:24. Dabei spielten die Gastgeber Rot in der ersten Halbzeit an die Wand und lagen 8:3, 12:5 sowie 15:8 vorn. „Das waren fast perfekte 30 Minuten“, freute sich Spielertrainer Nicolai Elfner. „Ich habe in der Kabine an die Jungs appelliert, dass es noch lange nicht vorbei ist. Vor allem auch in dem Wissen, dass Rot nie, wirklich nie aufgibt.“

 

Bis zur 43. Minute hatte Dossenheim noch alles im Griff, lag immer noch komfortabel 20:14 in Führung.

 

Doch die Roter, die in den ersten 35 Minuten vier Siebenmeter vergaben, nutzten ihre Chancen nun konsequenter und erzielten in der 50. Minute durch Nils Wege den Ausgleich (21:21). „Wenn wir dann einmal in Führung gegangen wären, hätten wir das Spiel gewonnen“, ist sich Rots Trainer Sebastian Thome sicher.

 

Doch das verhinderte Dossenheim und feierte am Ende vor allem Philipp Pfisterer. Elf Sekunden vor Schluss erzielte der Rückraumspieler, der noch A-Jugend spielen darf, den 25:24-Siegtreffer. „Hut ab, dass er sich diesen Wurf in solch einer Situation genommen hat“, schnalzt Elfner mit der Zunge. „Diese Nervenstärke haben in diesem Alter nicht viele.“ Thome hadert mit der vergebenen Chance, nach Minuspunkten ganz nah an Leutershausen heranzurutschen: „Das ist extrem schade für uns. Selbst ein Punkt hätte uns in eine deutlich bessere Ausgangslage gebracht. Trotzdem rechnen wir uns noch etwas aus für den Rest der Saison. Vorbei ist es noch lange nicht.“

 

In Dossenheim haben sie vor allem durch einen verkorksten Saison-Start die Chance auf die Meisterschaft verpasst, die TSG ist Sechster. Trotzdem hat Elfner noch Ziele: „Wir wollen die Spiele gegen die Spitzenmannschaften zuhause alle gewinnen.“ Übrigens bleibt Elfner zusammen mit seinem Bruder auch nächste Saison Trainer. Bis auf Nico Mohr (Karriereende) haben auch alle Spieler zugesagt.

 

Auch das zweite Nachbarschafts-Duell zwischen dem TSV Wieblingen und dem TV Eppelheim war hart umgekämpft. Am Ende siegten die favorisierten Gäste 18:19 und bleiben Tabellenführer. Trotz der Niederlage können sie auch in Wieblingen zufrieden sein: Nach schwachen Vorstellungen in den vergangenen Wochen zeigte sich der TSV endlich mal wieder von seiner kämpferischen Seite.

 

Wieblingen hatte sich nach den zuletzt bedenklichen Vorstellungen (u.a. 15:32 gegen Rot) während der vergangenen Woche von Trainer Peter Masica getrennt. Masica hätte den TSV ohnehin nur noch bis Saison-Ende trainiert, sein Nachfolger steht mit Marc Winterhalder (noch Bammental) bereits fest. Bis dahin übernehmen Marco Widmann als Spielertrainer und Männerwart Christian Dörr. Widmann musste allerdings bereits nach 14 Minuten beim Stand von 5:4 das Feld verlassen – er sah nach einem Foul an Mirko Hess, der mit einer Prellung im Brustbereich ebenfalls nicht mehr weitermachen konnte, die Rote Karte. Umso höher ist die Leistung zu bewerten, denn mit Jan Dexheimer, Lukas Wolf und Alexander Güllicher fehlten ohnehin schon drei Leistungsträger.

 

Zunächst nahm die Partie den erwarteten Verlauf: 8:13 führte Eppelheim kurz nach der Pause. Die Gästespieler hakten offenbar zu diesem Zeitpunkt die zwei Punkte bereits ab, hatten aber nicht mit der Entschlossenheit der Wieblinger gerechnet. Beim 13:14 war der TSV wieder dran. Obwohl Eppelheim weiterhin eine große Anzahl an Fehlern machte, führte der Favorit 16:19. Wieblingen verkürzte noch einmal und hatte zwei Sekunden vor dem Ende die Ausgleichschance, der Freiwurf ging aber ins Aus.

 

Wieblingens Übergangs-Trainer Marco Widmann war trotz der Niederlage zufrieden: „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, wie sie nach den Rückschlägen gekämpft hat. Das macht Hoffnung für die kommenden Spiele, in denen wir die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen wollen.“

 

Bei Eppelheim hörte man dagegen eher kritische Stimmen. „Wenn es uns nicht gelingt, unser Angriffsspiel wieder effizienter zu gestalten, sehe ich wenig Chancen, dem Top-Favoriten Leutershausen II am Donnerstag bei uns ein Bein zu stellen“, sagte Trainer Robin Erb. Da steigt um 19 Uhr der Gipfel zwischen dem Ersten und dem Zweiten in der Capri Sonne Arena.

 

Gegen die abstiegsbedrohte HSG Ettlingen kam der TSV Malsch zu einem 24:24. Dabei gelang Marius Jörres kurz vor dem Ende der 24:23-Führungstreffer. Im direkten Gegenzug bekamen die Gäste einen Siebenmeter zugesprochen, den Tobias Broschwitz mit dem Schlusspfiff eiskalt verwandelte.


 

Heidelberg (soz) Die TSG Wiesloch ist die Mannschaft der Stunde in der Handball-Badenliga. In der Vorrunde und nach dem Weggang von Haupttorschütze Hendrik Wagner (zur SG Leutershausen) noch im Abstiegskampf, findet der letztjährige Vize-Meister immer mehr zurück zu alter Stärke und ärgerte in den letzten Wochen die besten Teams der Liga. Nach der knappen Niederlage beim Dritten Heidelsheim und dem Unentschieden gegen Spitzenreiter Neuenbürg gab es jetzt ein beeindruckendes 32:23 gegen den Vierten TSG Plankstadt.

 

Trainer Patrick Körner lächelte zufrieden: „Die Jungs können stolz auf sich sein. Wie schon in den Vorwochen war das eine sehr engagierte Leistung. Endlich haben sie sich dafür mal belohnt.“

 

Plankstadt bekam Wiesloch während der gesamten Spielzeit nicht in den Griff: Erst probierte es der bisher so starke Aufsteiger mit einer offenen Deckung, in der zweiten Halbzeit zog sich Plankstadt mehr zurück – alles nützte nichts. Wiesloch beherrschte vor allem die zweite Hälfte und baute seine 15:13-Pausenführung bis zur 43. Minute auf 22:17 aus. In den letzten zehn Minuten war der Widerstand der Gäste endgültig gebrochen, so dass Wiesloch das Ergebnis von 26:20 auf 32:23 schrauben konnte. Beeindruckend auch: Die TSG kam ohne Zeitstrafen aus, stoppte Plankstadts Angreifer zwar aggressiv, aber stets mit fairen Mitteln. Durch diesen Sieg hat Wiesloch nun die letzten Zweifel beseitigt und kann bei zehn Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz beruhigt die nächste Saison in der Badenliga planen. Außerdem ist eine erneute Spitzenplatzierung am Ende der Saison im Bereich des Möglichen: Platz 5 ist in Reichweite...

 

Der TSV Malschenberg verlor durch die dritte Niederlage in diesem Kalenderjahr die Tabellenführung in der Landesliga: Neuer Spitzenreiter ist der TV Großsachsen 2. Gegen den TV Bammental gab’s ein 21:23. Nach dem 10:12 zur Pause bauten die Gäste ihren Vorsprung trotz einer Roten Karte für Abwehr-Chef Dumitru (33.) auf 11:15 und 15:20 aus. Hoffnung schöpfte Malschenberg noch einmal fünf Minuten vor dem Ende beim 20:21. Doch Linksaußen Steffen Dollinger entschied die Partie durch seine Tore fünf und sechs.

 


 

Heidelberg (soz) Obwohl die TSG Wiesloch dem Tabellenführer HC Neuenbürg ein 23:23 abtrotzte, war bei Spielern und Verantwortlichen die Enttäuschung groß. Der wiedererstarkte Außenseiter, im vergangenen Jahr Vize-Meister, dominierte über weite Strecken die Partie und hätte den Überraschungs-Erfolg mehr als verdient gehabt. Doch wie schon eine Woche zuvor bei der Niederlage beim Vierten Heidelsheim, gelang es der TSG nicht, einen Vorsprung ins Ziel zu bringen.

 

Von Beginn trat Wiesloch dominant auf. Gestützt auf einen erneut starken Basti Sauter im Tor, der den verletzten Stamm-Torwart Benni Böhler immer besser vertritt, setzte sich die TSG ab: über 5:2 (10.) und 11:4 (20.) auf 13:8 (24.). Doch in den letzten sechs Minuten bis zur Pause kam Neuenbürg wieder heran, beim 13:12 zur Pause war wieder alles offen.

 

Doch Wiesloch hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder eine phantastische Phase und den Meisterschafts-Aspiranten voll im Griff. Neuenbürg kam mit der vorwärts verteidigenden Defensive Wieslochs nicht zurecht. 19:14 lagen Gastgeber nach 43 Minuten vorn. Zwar schmolz der schöne Vorsprung, betrug fünf Minuten vor dem Ende immer noch drei Tore (21:18). Am Ende musste Wiesloch sogar noch um einen Punkt bangen: Kevin Körner, der Bruder von Trainer Patrick, erzielte erst zwei Sekunden vor dem Ende den Ausgleich. Eine halbe Minute zuvor war Neuenbürg zum ersten Mal in Führung gegangen. In der kommenden Woche hat Wiesloch gegen den Tabellen-Dritten Plankstadt erneut die Chance, gegen ein Spitzenteam endlich einen (verdienten) Sieg einzufahren.

 

Ohne Chance war Landesliga-Tabellenführer TSV Malschenberg im Spitzenspiel beim neuen Zweiten TV Großsachsen 2. 21:29 verlor die Überraschungs-Mannschaft der Saison, musste bereits die zweite Niederlage im neuen Jahr hinnehmen. Malschenberg war dabei von Beginn an ohne Chance, lag nach elf Minuten 3:8 zurück. Lediglich beim 11:13 kurz vor der Pause keimte etwas Hoffnung auf – doch in der zweiten Halbzeit hatte die Drittliga-Reserve alles im Griff, führte dank vier Toren in Folge schnell 18:11 (35.), später 22:15 und 25:19. Weil auch der bisherige Zweite Dittigheim in Laudenbach verlor, ist die Spitzengruppe nun auf sechs Mannschaften groß. Dazwischen liegen lediglich zwei Plus-Punkte.

 

Im Abstiegskampf musste der TSV Rot 2 eine empfindliche 25:28-Niederlage gegen den TV Brühl hinnehmen. Grund war vor allem eine schwache erste Halbzeit, in der Rot viele technische Fehler machte. Die nutzte Brühl aus, führte 8:15 und zur Pause 12:17. Alles wurde aus Roter Sicht besser im zweiten Durchgang: Alexander Hotz gelang in der 46. Minute sogar der Führungstreffer zum 19:18. Bis zum 25:25 nach 56 Minuten blieb die Partie nun ausgeglichen, ehe erneut zu viele Roter Fehler Brühl in die Karten spielte.

 

In der 1. Kreisliga verlor der SC Sandhausen das Nachbarschafts-Duell gegen die KuSG Leimen 22:26. Dabei entschied Leimen die Partie bereits in der ersten Hälfte (3:10, 7:13). Im zweiten Durchgang musste die KuSG zwar mehrere Zeitstrafen und zwei Rote Karten hinnehmen, brachte den Vorsprung aber souverän über die Zeit. Damit bleibt es beim Vierkampf um die Meisterschaft mit Eppelheim 2, dem PSV und der SG Nußloch 2.


Eppelheim und Rot patzen

Überraschende Punktverluste im Aufstiegskampf der Verbandsliga

 

soz. Beim Kampf um die vorderen Plätze leistete sich Verbandsligist TV Eppelheim gegen die abstiegsbedrohte Mannschaft der HSG Ettlingen/Bruchhausen beim 26:26 einen Punktverlust, der wohl auch gezeigt hat, dass es am Ende nicht ganz für die Spitze reichen könnte.

 

Die Ettlinger, die schon das Vorspiel gewonnen hatten, begannen ohne Respekt vor dem Tabellenführer (nach Pluspunkten) und gingen gleich mit 0:2 in Führung. Erst in den letzten Minuten vor der Pause schien sich eine Wende zu Gunsten der Gastgeber anzubahnen (16:13).

 

Auch elf Minuten vor dem Ende, nach der besten Phase TVE-Phase des Spiels, stand ein 24:20 auf der Anzeigetafel. Begünstigt durch zahlreiche Zeitstrafen der Eppelheimer kam Ettlingen noch einmal zu Ausgleich und Führung (24:25). Zwar gelang es Mirko Hess und Sebastian Scheffzek, die Hausherren wieder in Front zu bringen, doch verdaddelte man nach dem erneuten Ausgleich mehrmals den Ball.  „Es fehlte lange Zeit die letzte Konsequenz in der Abwehr“, sagte Trainer Sebastian Dürr. Ähnlich kritisch ging sein Kollege Robin Erb mit dem Angriff um: „Trotz einer Abschlussquote von über 54% kann ich nicht mit dem Angriff zufrieden sein. In kritischen Phasen machen wir zu viele Fehler, da waren wir schon abgebrühter.“ So bleibt Eppelheim zwar Tabellenführer – aber nach Minuspunkten hat die SG Leutershausen 2 bei zwei Spielen weniger drei Punkte Vorsprung.

 

Auch der Tabellen-Dritte TSV Rot musste beim 24:24 gegen Aufsteiger TSV Handschuhsheim den nächsten Dämpfer hinnehmen. Obwohl der Favorit nach dem 3:3 in der Anfangsphase über die gesamte Spielzeit hinweg zwar ständig, zeitweise sogar mit fünf Treffern, in Führung gelegen hatte, musste man am Ende mit der Punkteteilung noch hochzufrieden sein. Nach dem 23:21 in der 57. Minute hatte Handschuhsheim mit drei Treffern in Folge zum 23:24 den Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt. Fünf Sekunden vor dem Ende erzielte Rot gerade noch rechtzeitig den Ausgleich und konnte damit wenigstens noch Schadensbegrenzung leisten.

 

Gleich nach dem Wechsel (12:10) setzte sich Rot bis zur 35. Minute erstmals mit fünf Treffern ab. Die notwendige Ruhe brachte dieser Vorsprung allerdings nicht ins Spiel der Heim-Mannschaft. Handschuhsheim ließ nicht locker und war beim 18:16 in der 45. Spielminute wieder auf zwei Treffer herangekommen. In der Folge blieb Rot zwar weiterhin mit zwei bis drei Treffern in Führung, bis nach dem 23:21 der Faden vollkommen riss. Am Ende musste man froh sein, nicht komplett mit leeren Händen da zu stehen.

 

Vor einem Monat wähnte man sich in Wieblingen bereits auf der sicheren Seite – doch nach dem 27:31 in Langensteinbach ist der TSV wieder im Abstiegskampf, hat nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Vorletzten. Trotz 13 Toren von Lukas Wolf, trotz eines zwischenzeitlichen 20:17-Vorsprungs – am Ende war die Abwehr zu löchrig, außerdem schmerzte der Ausfall des angeschlagen ins Spiel gegangenen Rückraum-Spielers Jan Dexheimer.

 

Auch der TSV Malsch konnte nicht überzeugen und musste eine 26:35-Niederlage bei der TG Eggenstein hinnehmen. Dabei geriet Malsch nach 20 Minuten in doppelter Unterzahl mit vier Toren in Rückstand. Davon erholte sich der TSV nicht mehr. Auch eine Manndeckung oder eine offene 3:3-Abwehr im zweiten Durchgang blieben ohne Erfolg.


Rot beflügelt vom Trainer-Wechsel

Handball-Verbandsliga: 32:15 in Wieblingen, nachdem Sebastian Thome auf Roland Mächtel folgt

 

Heidelberg (soz) Dass der Tabellen-Dritte TSV Rot Favorit beim Mittelklasse-Team TSV Wieblingen ist, war alleine wegen der Tabellen-Konstellation klar. Dass der Meisterschafts-Anwärter der Handball-Verbandsliga aber die Heidelberger in deren eigener Halle mit 32:15 deklassierte, überrascht. Nur sieben Minuten hielt Wieblingen mit, danach dominierte Rot und zog über 6:10, 9:14 und 11:21 davon. In der zweiten Halbzeit gelangen den Gastgebern in 20 Minuten lediglich zwei Treffer. Julian und Simon Körner waren mit jeweils sieben Treffern Rots beste Torschützen.

 

Nicht nur das Ergebnis verwundert, sondern auch der Mann an der Auswechselbank. Sebastian Thome ist neuer Trainer beim TSV Rot. Der bisherige Co-Trainer löste bereits vor dem Spiel gegen Ettlingen vor zehn Tagen Roland Mächtel ab. Nach lediglich sieben Monaten trennten sich Rot und Mächtel. Rot teilte in einer Presse-Info mit: „Die Leistungen der Mannschaft im bisherigen Verlauf stimmten doch nachdenklich. Zu wechselhaft und schwankend waren die Vorstellungen. Die Chemie zwischen Trainer und Mannschaft stimmte offenbar nicht mehr überein. Es bestand jedenfalls Handlungsbedarf.“

 

Männerwart Bernd Steinhauser erklärt die ungewöhnliche Maßnahme im RNZ-Gespräch: „Roland wollte im Sommer ein neues Spielsystem einbringen. Sein Vorgänger Boris Meiser hat jahrelang klare Vorgaben mit Spielzügen gegeben. Der Roland wollte den Spielern ein bisschen mehr Freiheiten geben. Das hat die Mannschaft nicht so angenommen.“

 

Nach mehreren Gesprächen, die schon vor Weihnachten begannen, zogen beide Seiten die Konsequenzen. „Menschlich ist alles top, wir sind im Guten auseinandergegangen“, sagt Steinhauser, „auch Roland Mächtel hat gesagt, dass das einfach mal passieren kann.“

 

Dass die Wahl schließlich auf Thome als Nachfolger fiel, ist für Steinhauser logisch. „Sebastian hat schon mit der zweiten Mannschaft den Aufstieg in die Landesliga geschafft, außerdem gerade seinen B-Schein gemacht – ihn wollten wir unbedingt im Verein halten.“

 

Das zweite Derby des Wochenendes entschied Spitzenreiter TV Eppelheim beim wiedererstarkten TSV Malsch ebenfalls souverän 23:17 für sich. Schon zur Pause war gegen die ersatzgeschwächten Gastgeber, die ohne die Routiniers Walz und Jörres antraten, beim 14:8 eine Vorentscheidung gefallen. In der zweiten Halbzeit wählte Malsch mit dem siebten Feldspieler eine neue Taktik – ebenfalls vergeblich. Eppelheim war zu stark, vor allem die Abwehr mit einem herausragenden Torwart Martin Kriechbaum stellte sich als Garant für den 13. Saison-Sieg heraus. Malschs Trainer Christian Koch beklagte aber auch das Fehlverhalten seiner Mannschaft: „Wenn man 25 technische Fehler macht, ist das einfach zu viel.“

 

Einen schwachen Start erwischte der TSV Handschuhsheim – bereits nach 13 Minuten lag der Aufsteiger 1:7 gegen den Tabellen-Zweiten SG Leutershausen 2 zurück. Lediglich beim 9:11 kurz vor der Pause keimte etwas Hoffnung auf. Danach setzte sich der Favorit aber erneut deutlich ab (11:20, 42.). Am Ende gestalteten die Löwen das Ergebnis wenigstens etwas erträglicher (22:28).

 

Die TSG Dossenheim bleibt nach dem überzeugenden 40:19 gegen den Tabellenletzten HG Königshofen auf Tuchfühlung zu den Spitzenteams auf Platz 5. Schon zur Pause, beim 21:9, hatte der Vize-Meister die Partie entschieden. Simon Heinicke und Tillmann Engler erzielten jeweils acht Tore. Am nächsten Wochenende geht’s für die TSG zum Zweiten Leutershausen. Schon jetzt gibt’s eine Kampfansage von Dossenheims Spielertrainer Nicolai Elfner: „Da wollen wir den Aufstiegskampf wieder spannender machen.“ Und vielleicht selbst noch mal eingreifen...


Wiesloch scheitert am Torwart, St. Leon an sich selbst!

Badenligisten halten bei Top-Teams lange mit, verlieren aber trotzdem

 

Heidelberg (soz) Fünf Minuten vor Schluss stand das Badenliga-Spiel zwischen der TSG Plankstadt und der HSG St. Leon/Reilingen beim 22:21 noch auf des Messers Schneide, ehe drei unüberlegte Torwürfe seitens der HSG von den Gastgebern konsequent ausgenutzt wurden und zum vorentscheidenden 24:21 führten. Am Ende musste St. Leon eine viel zu deutlich ausgefallene 21:26-Niederlage hinnehmen, die auch der Tatsache geschuldet war, dass man nur acht Feldspieler zur Verfügung hatte. HSG-Trainer Christopher Körner meinte dann auch: „Irgendwann waren wir ausrechenbar in unseren Aktionen, weil die Alternativen gefehlt haben. Gegen Ende fehlte etwas die Kraft, wir erlaubten uns zu viele Fehlwürfe. Die Ausfälle machten sich dann doch bemerkbar.“

 

Die HSG präsentierte sich in dieser Partie trotz des Personalmangels als spielstarkes Team, war dem Meisterschafts-Anwärter ebenbürtig, versäumte es jedoch, bei einer 13:16 Führung zu Beginn der zweiten Halbzeit die Führung auszubauen und vielleicht sogar für eine kleine Vorentscheidung zu sorgen.

 

Ähnlich erging es der TSG Wiesloch beim 22:26 in Heidelsheim. Bis zur 54. Minute lag der Außenseiter beim Tabellen-Dritten in Führung, zu diesem Zeitpunkt 21:19 – und das ohne die verletzten Leistungsträger Jonas Ruß und David Böhler. Danach scheiterte Wiesloch immer wieder am gut aufgelegten Heidelsheimer Torwart Boudgoust. Schon zu Beginn verhinderte der Keeper eine noch höhere Wieslocher Führung als das 2:6 nach 15 Minuten. Insgesamt vergab Wiesloch drei Siebenmeter und damit mindestens einen (verdienten) Punkt. Trainer Patrick Körner war enttäuscht: „Wenn man so gut ins Spiel findet und 55 Minuten eine konzentrierte Leistung zeigt, ist eine Niederlage umso bitterer.“

Landesliga-Tabellenführer TSV Malschenberg zeigte sich gut erholt von der überraschenden Niederlage beim Abstiegskandidaten Wiesloch 2 und fertigte Aufsteiger TSV Rot 2 28:18 ab. Allerdings hielten die Gäste bis zum 19:17 (48.) mit. Danach drehte Malschenbergs Linkshänder Christian Zander auf, erzielte alleine vier seiner zwölf Tore in der Schlussphase. Ebenfalls in Top-Form: Paul Stier, der acht Tore zum Malschenberger Erfolg beisteuerte. Durch die Niederlagen der anderen Top-Teams Mosbach und Großsachsen 2 kristallisiert sich immer mehr ein Zweikampf um die Meisterschaft zwischen Malschenberg und Dittigheim heraus.


St. Leon und Wiesloch stürzen Spitzen-Duo

Sensations-Siege der Außenseiter in der Handball-Badenliga

 

Heidelberg (soz) 34 Minuten lief alles normal: Der HC Neuenbürg, souveräner Tabellenführer der Handball-Badenliga, führte beim bis dato immer noch abstiegsgefährdeten HSG St. Leon/Reilingen zu diesem Zeitpunkt immer noch 15:19. Auch vorher hatte der HSG gegen den überzeugend auftretenden Favoriten keine Chance. 5:9 und zur Pause 10:15 lag St. Leon zurück und hatte große Schwierigkeiten, den wuchtigen Angriff der Gäste in Schach zu halten. Doch dann kam alles anders. Am Ende jubelte St. Leon über einen sensationellen 34:27 gegen den Spitzenreiter.

 

In der 44. Minute hatte St. Leon erstmals den Rückstand aufgeholt (23:23). Die Gastgeber spielten sich nun in einen Rausch, es gelang ihnen sowohl in der Offensive wie auch in der Abwehr (fast) alles. Fünf Minuten später hatte die HSG bereits einen Vier-Tore-Vorsprung herausgeworfen (28:24), kurze Zeit später war die Partie beim 32:26 entschieden. Herausragend bei St. Leon waren gleich vier Akteure: Janosch Menger (9 Tore), Christian Decker (8), Kevin Kleinlagel (6) und Felix Scholl (5).

 

Schon zu Beginn der Saison prophezeite Trainer Patrick Körner, dass man bei der TSG Wiesloch noch viel Freude an der neuformierten, jungen Mannschaft mit vielen Eigengewächsen haben werde. Schwankende, teilweise schwache Leistungen in der Vorrunde ließen zumindest leichte Zweifel an der Leistungsstärke aufkommen – doch nun meldet sich der letztjährige Vize-Meister mit starken Leistungen in der Rückrunde zurück. Nach dem überzeugenden Erfolg in Oftersheim wurde der Tabellen-Zweite TSV Birkenau sensationell 31:27 nach Hause bezwungen. Von Beginn beherrschte Wiesloch das Geschehen, zog nach dem 5:5 auf 10:7, 12:8 und zur Pause überraschend deutlich auf 15:10 davon. Wer an eine Aufholdjagd des Favoriten gedacht hatte, sah sich getäuscht: Auch in der zweiten Hälfte dominierte Wiesloch, ließ Birkenau auch ohne den an der Hand verletzten Stamm-Torwart David Böhler keine Chance mehr. 18:12, 23:16 und 28:22 waren die Zwischenstände zu einem ungefährdeten Erfolg. Vor allem der quirlige Rückraumspieler Nico Maier machte ein phantastisches Spiel und erzielte sieben Treffer.

 

Sowohl St. Leon als auch Wiesloch haben sich durch die beiden Erfolge ins Mittelfeld der Tabelle geschoben – ganz sicher sein können sie sich bei sechs bzw. fünf Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz allerdings noch nicht. Doch wenn die beiden Teams so begeisternd weiterspielen, haben sie in dieser Saison noch viel zu feiern – nicht nur den Klassenerhalt...

 

Durch das 28:31 gegen die HSG Mannheim bleibt Aufsteiger TSV Rot 2 Vorletzter in der Landesliga. Rot bekam dabei vor allem Stefan Tunkl nicht in den Griff – der Gästespieler erzielte insgesamt elf Treffer, davon nach dem 26:27 (52.) drei der letzten vier Mannheimer Tore. 


Oberliga+ Badenliga Frauen:

18 Tore von Felicia Arnold reichen nicht

Erneuter Rückschlag für die Viertliga-Frauen der SG Nußloch im Kampf um den Klassenerhalt

 

soz. Erneuter schwerer Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt für die Viertliga-Frauen der SG Nußloch. Das 30:32 gegen Mit-Aufsteiger TSV Heiningen war die zweite Heim-Niederlage innerhalb von sechs Tagen. Weil der TSV Bönnigheim überraschend bei der HSG St. Leon gewann, rutschte Nußloch sogar auf den drittletzten Platz, der den direkten Abstieg bedeuten würde. Zwar sind die Chancen auf den Nicht-Abstieg bei zwei Punkten Rückstand weiterhin realistisch – doch die SG hatte sich in diesen beiden Spielen einen vorentscheidenden Schritt im Abstiegskampf erhofft.

 

Gegen Heiningen hatte Nußloch erneut Probleme in der ersten Halbzeit, lag 7:11 und zur Pause 12:16 zurück. Hauptgrund: In der Abwehr war Nußloch nicht konsequent bzw. nicht aggressiv genug.

 

Im zweiten Abschnitt brachte die überragende Felicia Arnold ihre Mannschaft zurück in die Partie. Die Rückraumspielerin erzielte insgesamt 18 (!!!) Tore. Folge: Nach 40 Minuten war Nußloch beim 19:20 wieder dran. Doch der Ausgleich wollte den tapfer kämpfenden Gastgeberinnen einfach nicht gelingen.

 

Spannendes Nachbarschafts-Duell zwischen der TSG Wiesloch und dem TSV Rot in der Badenliga: Zehn Minuten vor dem Ende sah Rot beim 20:26 wie der sichere Sieger aus – doch sieben Minuten später hatte Wiesloch die Partie gedreht und führte auch dank 13 Toren von Alina Frick wieder mit 29:28. Steffi Busch erzielte dann mit ihrem sechsten Treffer den verdienten 29:29-Ausgleich für Rot.

 

Verbandsligist TV Dielheim vergab auch den zweiten von drei Matchbällen im Kampf um die Meisterschaft und den Aufstieg. Nach dem 25:26 beim Tabellen-Fünften SG Heidelsheim/Helmsheim ist der Vorsprung auf Verfolger HSG St. Leon/Reilingen auf einen Punkt geschmolzen. Am letzten Spieltag kommt es in zwei Wochen somit zu einem hochspannenden Fern-Duell.

 

Dielheim verlor nach ausgeglichenen ersten sechs Minuten zunehmend die Kontrolle des Spiels, lag 6:10, 7:15 und 9:17 zurück. Erst nach Umstellungen in der Abwehr und einer gehörigen Portion Wut im Bauch wurde es besser. Bis zur Pause verkürzte Dielheim so auf 13:18. Diesen Schwung nahm der TVD mit in die zweite Hälfte. Insbesondere Huma Jelinek schaffte es mit acht Toren in der zweiten Halbzeit, das Spiel ausgeglichen zu gestalten. Beim 18:19 (38.) war die Partie wieder offen. Doch der Ausgleich gelang Dielheim – ähnlich wie Nußloch zwei Klassen höher – nicht. Entscheidend für die zweite Niederlage in Folge war auch die Chancen-Verwertung: Die Mannschaft von Trainer Ralf Pichler vergab alleine fünf Siebenmeter. Auch ein Pfostenschuss Sekunden vor dem Ende war symptomatisch für das Spiel.

 

Die SG Bammental/Mückenloch sicherte sich durch ein 28:23 gegen Ladenburg die Vize-Meisterschaft in der Landesliga. Bis zum 20:20 war die Partie ausgeglichen, dann setzten sich die Gastgeberinnen in ihrer stärksten Phase auf 27:22 ab. Vor allem Charlotte Koch tat sich hier besonders hervor – sie befreite sich mehrfach aus der engen Deckung, erzielte dann selbst ein Tor oder legte den Ball gekonnt zu einer Mitspielerin weiter. Nach dem Spiel wurde es emotional: Laura Lenz beendete nach 30 Jahren ihre Handball-Karriere.

 


Dielheim vergibt erste Meister-Chance

Frauen-Verbandsliga: Trotz der Niederlage in Neureut immer noch mit drei Punkten vorn – TV Eppelheim steigt auf

 

soz. Der TV Dielheim muss die Meister-Feier in der Frauen-Verbandsliga vorerst verschieben. Der Sensations-Tabellenführer, der erstmals in der Vereins-Geschichte in die Badenliga aufsteigen kann, verlor bei der abstiegsbedrohten TG Neureut 25:27. Der Vorsprung auf den Zweiten HSG St. Leon/Reilingen schmolz auf drei Punkte. Dennoch hat Dielheim bei lediglich noch zwei ausstehenden Spielen alle Trümpfe in der Hand.

 

In Neureut merkte man den Spielerinnen an, dass sie etwas Historisches erreichen konnten. Dielheim zunächst sehr nervös und mit vielen Fehlern: Das nutzten die erfahrenen Gastgeberinnen, die vergangene Saison noch in der Badenliga spielten, aus und lagen 8:3 vorn. Nur Torfrau Blessing Häffner war es zu verdanken, dass der Rückstand nicht noch höher ausfiel. Auch zur Pause (9:14) war der Rückstand beachtlich.

 

Im zweiten Durchgang sahen die vielen mitgereisten Dielheimer Anhänger zunächst eine beeindruckende Aufholjagd. Mit viel Kampf und Leidenschaft verkürzte der TVD auf 18:19 (47.). Doch der Ausgleich wollte dem Spitzenreiter nicht gelingen, so dass die Meisterschaft noch nicht entschieden ist.

 

Arbeits-Sieg für den TSV Rot:. Beim 28:24 gegen die abstiegsbedrohte HG Königshofen bot der Frauen-Badenligist zwar nicht seine beste Leistung, hatte aber dennoch über weite Strecken alles im Griff. Dabei konnte sich der TSV vor allem auf seine treffsicherere Außenspielerin Steffi Busch verlassen, die acht Tore erzielte. Über 5:3 und 10:4 kam Rot zum 16:12 zur Pause. Dank einer starken Phase setzte sich der TSV auf 24:17 ab. Nur beim 25:23 musste man noch einmal kurz zittern.

 

Durch das 37:13 gegen die SG Walldorf II sicherte sich der TV Eppelheim die Meisterschaft in der 1. Kreisliga und steigt in die Landesliga auf. Bereits zur Pause führte Eppelheim dank einer starken Abwehr-Leistung 14:6. Auch im zweiten Abschnitt gab es kein Durchkommen für Walldorf: Das nutzte Eppelheim immer wieder zu schnellen Gegenstoß-Treffern.

 

Wichtiges Spiel für die SG Nußloch im Abstiegskampf der Vierten Liga: Morgen (20 Uhr) empfängt die Mannschaft von Trainerin Nadine Strienz den Mit-Konkurrenten SG Heidelsheim/Helmsheim. Es ist ein Wiederholungsspiel, nachdem das Schiedsgericht Nußloch in zweiter Instanz Recht gab. Grund: Eine Heidelsheimer Spielerin verhinderte kurz vor Schluss beim 23:23 einen Nußlocher Freiwurf. Diese Aktion wurde nur mit einer Zwei-Minuten-Strafe anstatt mit einer Roten Karte und einem Siebenmeter für die SGN bestraft. Ein klarer Regelverstoß der damaligen Schiedsrichter. Nun bekommt Nußloch noch einmal die Chance, einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt zu machen.

 


Dielheim auf Meisterkurs

Nach Sieg im Spitzenspiel nun fünf Punkte Vorsprung

 

soz. Souveräner Auftritt der Badenliga-Damen des TSV Rot. Das 33:26 beim TSV Rintheim war zu keiner Zeit gefährdet. Nach dem 11:11 fanden vor allem Evelyn Hoffmann (9 Tore) und Sarah Knopf (beide 9 Tore) aus der zweiten Reihe Lücken in der Abwehr der Karlsruherinnen. So kam Rot zu einer beruhigenden 19:14-Halbzeit-Führung. Die stärkste Phase hatte Rot aber in der zweiten Halbzeit, als man sich von 23:19 auf 29:19 absetzen konnte.

 

Der TV Dielheim liegt in der Frauen-Verbandsliga auf Meisterkurs. Durch das 29:24 im Spitzenspiel gegen den Tabellen-Dritten HC Mannheim-Vogelstang und der gleichzeitigen Niederlage von St. Leon 2 hat Dielheim nun drei Spieltage vor Saison-Ende fünf Punkte Vorsprung. Dabei kämpfte sich der TVD mehrfach in die Partie, lag mehrfach in Rückstand (12:15, 19:22). Doch eine unwiderstehliche Schlussphase mit sieben Toren in Folge zum 28:23 brachte den wichtigen Erfolg.


Nußloch hofft wieder!

4. Liga Frauen: Nach Sieg im Keller-Duell wieder Chance auf den Klassenerhalt

 

soz. Wieder Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt für die Viertliga-Frauen der SG Nußloch: Durch den 31:30-Sieg im Nachholspiel beim Tabellenletzten SV Allensbach 2 hat der Aufsteiger nun den Anschluss ans untere Mittelfeld geschafft. Dabei lag Nußloch bereits 15:20 zurück, auch beim 27:30 fünf Minuten vor dem Ende war die Hoffnung auf einen Erfolg eher gering. Innerhalb von zweieinhalb Minuten gelang Nußloch allerdings der Ausgleich und schließlich noch der glückliche Sieg.

 

Einen Tag später hatte die SG die Chance, zum ersten Mal seit Monaten die Abstiegsplätze zu verlassen. Doch die HSG Strohgäu erwies sich beim 27:32 als zu stark. Außerdem schwanden nach dem knappen 14:15-Rückstand im zweiten Abschnitt zusehends die Kräfte. Fünf Minuten vor dem Ende war die Partie bei einem Sieben-Tore-Rückstand für Nußloch gelaufen. An der Niederlage konnte auch Jule Wolf nichts ändern – die Torfrau machte ihr erstes Spiel und wird bis Saisonende die SG verstärken. Den nächsten Neuzugang für die kommende Runde gibt es auch: Rückraumspielerin Ophelia Schall (20) kommt vom Badenligisten TSV Birkenau 2.

 

Ohne Chance war der TSV Rot in der Badenliga gegen den Tabellen-Dritten TSV Viernheim. 4:8, 8:15 und 14:22 waren die Zwischenstände bei der 26:29-Heim-Niederlage. Vor allem die Wurfausbeute ließ an diesem Nachmittag zu wünschen übrig. Erst gegen Ende der Partie, als alles schon entschieden war, konnte Rot das Ergebnis noch etwas erträglicher gestalten.


Wiesloch überrascht in Viernheim

Frauen-Badenliga: 23:22 beim Aufstiegs-Anwärter

 

soz. Die TSG Wiesloch bot 23 Minuten eine phantastische Abwehrleistung. Zu diesem Zeitpunkt führte der Handball-Badenligist beim TSV Viernheim 9:3. Trotzdem verlor die Mannschaft von Trainer Patrick Körner am Ende 23:26. Körner war dennoch nicht unglücklich: „Wir haben uns nach dem schlechten Spiel vergangene Woche gegen Knielingen zusammengerauft und eine Wahnsinns-Leistung abgerufen.“

 

Viernheim hatte eine starke Phase kurz vor der Pause: Die Hessen verkürzten auf 9:12. Den Drei-Tore-Vorsprung hielt Wiesloch bis zur 43. Minute (16:19), dann jedoch wurde vor allem Probleme im Angriff sichtbar. In der restlichen Spielzeit gelangen Wiesloch nur noch vier Tore.

 

Bis kurz nach der Halbzeit hatte der abstiegsbedrohte Frauen-Viertligist SG Nußloch Hoffnung auf einen Sieg beim TuS Steißlingen. Doch nach dem 18:19 nahmen sich die Spielerinnen unvorbereitete Würfe, es fehlten zunehmend die Ideen – kurzum, es kam zu einem Bruch im Nußlocher Spiel. Steißlingen gelang nun alles, die Folge: eine bittere 30:41-Niederlage, die den Druck im Abstiegskampf vor den zwei Spielen in einer Woche deutlich erhöht.

 

Frauen-Badenligist TSV Rot siegte beim Tabellen-Letzten TV Schriesheim souverän 31:23. Nicki Förderer vertrat dabei den erkrankten Trainer Daniel Weinheimer und sah einen gelungenen Auftritt ihrer Mannschaft. Bereits zur Pause hatte sich Rot einen beruhigenden 14:8-Vorsprung herausgespielt. Endgültig den Pflichtsieg unter Dach und Fach brachte Rot dank einer konzentrierten Anfangsphase in der zweiten Halbzeit, als man sich auf 21:11 absetzte. Thea Huber erzielte nach langer Verletzungspause ihre ersten beiden Treffer.

 

Ein Überraschungs-Erfolg gelang der TSG Wiesloch: 23:22 besiegte der letztjährige Vize-Meister, der aufgrund von Verletzungs-Problemen diese Saison im Mittelfeld platziert ist, den Tabellen-Dritten TSV Viernheim. 20 Minuten beherrschte Wiesloch dank einer starken Abwehr die Partie und führte 9:4. Danach kam Viernheim, das sich noch Hoffnungen auf Meisterschaft und Aufstieg macht, stärker auf, verkürzte bis zur Pause auf 12:13. Nach dem 20:20 zehn Minuten vor dem Ende geriet Wiesloch zweimal ins Hintertreffen ­– doch Hanna Lies erzielte mit ihrem dritten Tor den vielumjubelten Siegtreffer.


Dielheim verliert nach schwacher 2. Halbzeit

 

soz. Ohne Chance war der TSV Rot in der Frauen-Badenliga. Nach einer enttäuschenden Leistung gab’s beim TV Brühl eine 24:34-Niederlage. Schon zur Pause lag Rot 10:16 zurück.  Die offensiv ausgerichtete Abwehr von Brühl bereitete Rot immer wieder große Probleme. Das blieb auch so im zweiten Durchgang. Es war einfach der Wurm drin. Das einzig Erfreuliche: Thea Huber feierte nach langer Verletzungspause ihr Comeback.

 

Viele technische Fehler waren ausschlaggebend für die 16:20-Niederlage der TSG Wiesloch bei der SG Heddesheim. Nach dem 7:10-Rückstand zur Pause wollte die TSG die Wende herbeiführen. Doch Heddesheim zog schließlich entscheidend auf fünf Tore davon.

 

Überraschung in der Frauen-Verbandsliga: Sowohl Tabellenführer TV Dielheim (28:32 gegen Mühlburg) als auch der Zweite HSG St. Leon/Reilingen 2 (25:27 gegen Walldorf) verloren ihre Spiele. Dabei war Dielheim vor allem in der zweiten Halbzeit völlig von der Rolle. Fehlwürfe und eine unkonzentrierte Abwehrleistung prägten das Spiel. Das nutzte Mühlburg gnadenlos aus, beim 19:27 nach 49 Minuten war die Entscheidung gefallen.


12 Rimpf-Tore

St. Leons Rechtsaußen bei 30:23 gegen Mannheim in Top-Form

 

soz. Durch den zehnten Saison-Sieg hat die HSG St. Leon-Reilingen plötzlich wieder Chancen auf die Spitzenplätze. Weil die Baden-Württemberg-Liga in dieser Saison so spannend und ausgeglichen wie lange nicht mehr ist, ist auch die Spitzengruppe breit: St. Leon ist Tabellen-Sechster und hat lediglich drei Punkte Rückstand auf den Ersten Leinfelden.

 

Das Derby gegen die HSG Mannheim gestaltete St. Leon von Beginn an überlegen. 10:6 (16.), 16:9 (24.) und 18:13 (29.) waren die Zwischenstände. Vor allem der Angriff überzeugte. Die Schwäche-Phase, die Mannheim auf 20:18 herankommen ließ, war schnell vorbei. Danach nahm die HSG das Heft wieder in die Hand und ließ bis zum Ende keinen Zweifel mehr am Sieger aufkommen. Zehn Minuten vor dem Ende war die Partie beim 26:20 entschieden. Rechtsaußen Annika Rimpf war St. Leons beste Torschützin, sie erzielte zwölf Treffer.

 

Ohne Leistungsträgerin Tara Beckenbach muss Aufsteiger SG Nußloch versuchen, die Klasse zu halten. Die Rückraumspielerin muss aus beruflichen Gründen aufhören, war schon beim 26:31 gegen Wolfschlugen nicht mehr von der Partie. Dabei hielt Nußloch bis 52. Minute mit, lag gegen den Favoriten lediglich 25:27 zurück. Drei Gäste-Tore in Folge entschieden aber die Partie, Nußloch ist nun Drittletzter und muss weiter um den Klassenerhalt bangen.

 

Den TV Dielheim, Tabellenführer der Frauen-Verbandsliga, begleiteten in einem Bus zahlreiche Anhänger zum Auswärtsspiel beim Tabellenletzten TG Eggenstein. Die sahen gleich eine souveräne 8:3-Führung. Zur Pause lag Dielheim beruhigend 14:9 vorn, musste aber die zweite Hälfte ohne Verena Menges gestalten. Menges musste nach 26 Minuten das Spielfeld verlassen, bekam die Rote Karte gezeigt. Dielheim gestaltete zunächst auch die zweite Halbzeit überlegen, führte nach 40 Minuten 20:12. Doch im Gefühl des sicheren Sieges ließ Dielheim nach, zehn Minuten vor dem Ende zog Trainer Ralf Pichler eine Auszeit, um seine Mannschaft noch mal neu einzustellen. Eggenstein hatte zu diesem Zeitpunkt auf 19:21 verkürzt. Silke Kaul, Huma Rexha und Lea Wagenblaß sorgten schließlich wieder für deutliche Verhältnisse und warfen den 21:24-Erfolg heraus.


St. Leons Frauen gewinnen Spitzenspiel

Jetzt Zweikampf mit Dielheim um Verbandsliga-Meisterschaft

 

soz. Bis kurz vor der Pause war Frauen-Viertligist SG Nußloch bei der HSG Leinfelden das bessere Team und lag 12:10 vorn. Doch zwei schwache Minuten – und Nußloch ging mit einem 12:14-Rückstand in die Halbzeit. Danach klappte nicht mehr viel beim Aufsteiger: Beim 16:22 war die Partie zu Gunsten des Favoriten entschieden. Trainerin Nadine Strienz: „Wir haben zu viele Chancen liegen lassen. Wir müssen weiterhin an unserer Vielfältigkeit arbeiten, dass wir es dem Gegner so schwer wie möglich machen, uns zu schlagen.“

 

Eine starke zweite Hälfte genügte dem Badenligisten TSV Rot, um sich beim Tabellenletzten TSV Birkenau 2 mit 37:28 durchzusetzen. 17:15 führte Rot lediglich zur Pause – innerhalb von sieben Minuten schraubten die Gäste allerdings das Ergebnis auf 23:17.

 

Das Spitzenspiel der Verbandsliga entschied die HSG St. Leon/Reilingen 2 30:29 beim Tabellenführer TV Dielheim für sich, ist nun punktgleich. Dabei holte St. Leon einen 10:16- und 16:20-Rückstand auf. Innerhalb von sieben Minuten drehten die Gäste das Spiel und lagen plötzlich selbst 21:20 vorn (37.). Zwar kam Dielheim noch mal zurück und lag 24:21 vorn – doch nach dem erneuten Ausgleich war St. Leon endgültig das bessere Team und hatte beim 27:30 drei Minuten vor dem Ende die Partie entschieden.

 

Nach drei Spielen ohne Sieg gelang dem Landesliga-Zweiten SG Bammental/Mückenloch beim 24:22 gegen die HSG Kirchheim endlich wieder ein Erfolg. Dabei sah es lange nach einem souveränen Sieg aus: 16:11 und 21:15 führten die Gastgeberinnen bereits. Danach schlich sich der Schlendrian ein, Kirchheim kam beim 22:20 noch mal bedrohlich nahe.


Schlusspfiff-Pech!

Roter Frauen verlieren unglücklich gegen Tabellenführer

 

soz. So ein Pech! Frauen-Badenligist TSV Rot kämpfte gegen den Spitzenreiter HG Oftersheim/Schwetzingen auch ohne die verletzte Leistungsträgerin Sarah Knopf bravourös, verlor aber in letzter Sekunde 24:25. Dabei holte Rot sogar einen 18:23-Rückstand auf, weil die offensive Abwehr-Formation die Gäste aus dem Tritt brachte und Cathrin Hofmann acht Sekunden vor dem Ende mit ihrem siebten Treffer das 24:24 erzielte. Oftersheim schaltete blitzschnell, Barbara Kubach warf mit dem Schlusspfiff den Siegtreffer.

 

Die TSG Wiesloch tat sich gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten TSV Birkenau 2 bis 13 Minuten vor dem Ende schwer. Zu diesem Zeitpunkt lag der letztjährige Vize-Meister mit zwei Toren in Rückstand, obwohl Wiesloch mehrfach mit bis zu vier Treffern in Front lag. In einer turbulenten Schlussphase mit vielen Zeitstrafen sicherte sich Wiesloch schließlich doch noch einen standesgemäßen 30:26-Sieg gegen die vom ehemaligen Bammentaler Männer-Trainer Emil Hofmann gecoachten Gäste.


13 Tore von Felicia Arnold reichen nicht

Viertligist Nußloch verliert 26:32 gegen Meister-Favorit

 

Heidelberg. Frauen-Viertligist SG Nußloch war beim 26:32 gegen Aufstiegs-Favorit SG Schozach-Bottwartal chancenlos. Nur bis zum 5:5 hielt der Aufsteiger mit, danach setzte sich die höhere Qualität der Gäste durch. Beim 10:18 zur Pause war bereits mehr als eine Vorentscheidung gefallen. Nur kurz hatte Nußloch, das erstmals wieder auf Kreisläuferin Kimberly Knoof (Auslands-Semester) zurückgreifen konnte, beim 20:25 (48.) wieder Hoffnung. Vor allem Felicia Arnold wusste zu überzeugen, die Rückraumspielerin erzielte 13 (!) Treffer. Doch auch sie konnte schließlich die Niederlage nicht verhindern.

 

 

 

Auch Badenligist TSG Wiesloch stand beim 25:31 Tabellenführer HG Oftersheim/Schwetzingen auf verlorenem Posten. Nur beim 18:20 nach 39. Minuten keimte etwas Hoffnung auf – doch Wiesloch lag schnell wieder mit sechs Treffern in Rückstand.

 

Auch der TSV Rot musste eine 27:29-Niederalge bei der SG Pforzheim/Eutingen einstecken. Zwar lagen die leicht favorisierten Gäste zur Pause 13:11 vorn, wirkten aber schon da zu statisch im Angriff. Lediglich über den Rückraum erzielte Rot Tore. Bis zum Schluss blieb die Partie offen, ehe Pforzheim vier Minuten vor dem Ende mit 26:24 in Führung ging. Mehr als Anschlusstreffer gelang dem TSV danach nicht mehr.

 

 

 

Die SG Bammental/Mückenloch verlor auch ihr zweites Spitzenspiel in der Landesliga gegen Tabellenführer HSG Bergstraße. Nach der deutlichen 19:27-Klatsche vor drei Wochen gab es nun zuhause eine 21:24-Niederlage. Dabei sah es bis kurz vor der Halbzeit erneut nach einer klaren Angelegenheit für die Hemsbacherinnen aus – die neugegründete Spielgemeinschaft lag 2:6 und 5:11 zurück. Doch die Mannschaft von Trainer Wolfgang Hell gab nie auf und kämpfte sich wieder auf 12:13 (35.) heran. In dieser Phase verpasste es Ba/Mü, den Ausgleich zu erzielen. Die Gäste fingen sich wieder, zeigten ein schnelleres Spiel mit treffsicheren Außenspielerinnen und legten auf 16:20 vor. Schließlich ließen sie sich auch vom erneuten Anschlusstreffer (20:21, 54.) nicht aus der Ruhe bringen. Damit hat Ba/Mü einen Vier-Punkte-Rückstand auf die HSG Bergstraße. Ob der noch einmal aufzuholen ist?


Niederlagen für St. Leon und Nußloch

 

soz. Bittere Niederlage für die SG Nußloch: In der Baden-Württemberg-Liga der Frauen gab’s für den Aufsteiger ein 23:24 zuhause gegen die SG Heidelsheim/Helmsheim. Die ersten 20 Minuten gestalteten sich ausgeglichen, danach gelang Nußloch zehn Minuten kein Treffer. Unerwartet hoch lag die SG zur Pause 9:14 zurück.

 

Die Gastgeberinnen sind allerdings für ihre Aufholjagden bekannt. Selbst hohe Rückstände haben sie – auch in dieser Saison – schon in Siege verwandelt. Das sah auch dieses Mal so aus: Innerhalb von fünf Minuten gelang der 15:15-Ausgleich. Beim 22:21 führte Nußloch sogar – aber in der Schlussphase war Nußloch zu unkonzentriert und vergab mehrfach die Chance zum Ausgleich oder gar zum Sieg.

 

Auch die Frauen-Mannschaft der HSG St. Leon/Reilingen musste sich geschlagen geben. Im Spitzenspiel gegen die Schozach unterlagen die Gastgeberinnen 24:29. Lediglich zu Beginn führte St. Leon (6:3), dann übernahmen immer mehr die abgezockten Gäste das Zepter. Sie führten zur Pause 9:12, später 12:15 und 17:20. Beim 21:22 hatte die tapfer kämpfende HSG plötzlich doch wieder die Möglichkeit zur Wende. Doch eine Auszeit der Gäste, die zum engen Favoritenkreis auf den Aufstieg zählen, nahm den Schwung. Trainer Sascha Kuhn war trotz allem nicht enttäuscht: „Eine gute Leistung hat diesmal leider nicht ausgereicht. Leider haben wir einen Tick zu viel technische Fehler in den entscheidenden Situationen gemacht. Wir müssen aber auf keinen Fall die Köpfe in den Sand stecken, sondern in der letzten Konsequenz abgezockter agieren.“

 

Badenligist TSG Wiesloch verlor bei Tabellenführer HG Saase 29:36. Dabei sah es zu Beginn noch gut aus: 6:2 lag Wiesloch in Führung. Selbst zur Pause (18:16 für Saase) hatte Wiesloch noch Tuchfühlung mit dem Favoriten. Doch Fehler im Aufbauspiel und Inkonsequenz in der Abwehr-Arbeit führten schnell zu einem entscheidenden Fünf-Tore-Rückstand (19:24).


Landesliga & Kreisliga Männer/Frauen:

Malschenberg Tabellenführer!

(soz) Landesliga: Durch 28:27 im Spitzenspiel gegen Dittigheim

 

Heidelberg (soz) Die Anerkennung in der Handball-Branche für diese herausragende Vorrunde ist dem TSV Malschenberg gewiss. Der Landesligist, den vor der Saison niemand, aber wirklich niemand auf der Rechnung hatte, gewann das dritte Spitzenspiel in Folge. Nach dem 23:22 gegen den aktuellen Tabellen-Vierten Hemsbach und dem 28:19 beim Fünften Mosbach gelang Malschenberg nun der größte Coup: 28:27 besiegte der TSV den vorher ungeschlagenen Tabellenführer und Aufstiegs-Favoriten Dittigheim. Durch den neunten Saison-Erfolg im elften Spiel übernahm Malschenberg selbst die Tabellenführung.

 

Die „Büffl“, wie sie sich selbst nennen, imponierten erneut mit ihrer Leidenschaft und klugem Angriffsspiel. Nach dem 14:13 zur Pause legten sie auf 18:14 vor. Dittigheim schlug zurück, meistens durch den zwölffachen Torschützen Viktor Bodo, und kam zum 22:22-Ausgleich (48.). Doch das schockte die selbstbewussten Gastgeber keineswegs: Marcel Becker entschied den Landesliga-Kracher mit seinem ersten Tor in diesem Spiel acht Sekunden vor dem Ende (28:26).

 

Der TV Bammental verschaffte sich im Abstiegskampf durch das 30:24 gegen Laudenbach etwas Luft. Dabei taten sich Steffen Dollinger mit elf Treffern und Torwart Vitus Müller, der in der Endphase wichtige Bälle halten konnte, besonders hervor.

 

Ähnlich war es beim 24:18 von Aufsteiger TSV Rot 2 gegen die TSG Wiesloch 2. Zehn Treffer von Julian Körner und ein starker Jannik Steger im Tor sicherten zwei Punkte im Abstiegskampf.

 

Dritter Sieg in Folge für die TSG Wiesloch in der Badenliga: Das 35:33 verschafft Wiesloch ebenfalls ein wenig Luft im Abstiegskampf. Dabei führte sich Neuzugang Timo Zehrbach prächtig ein und erzielte sechs Tore.

 

Tolle Aufholjagd der HSG St Leon/Reilingen. Trotz eines 18:24-Rückstands elf Minuten vor dem Ende holte die HSG beim Angsgegner TV Knielingen noch ein 25:25. In der Schlussphase dominierte St. Leon durch ein vorbildliches Mannschaftsspiel, Treffern aus dem Rückraum, über den Kreis und den Außen und kam in der letzten Minute durch Andreas Rausch zum vielumjubelten 25:25 Ausgleichstreffer. Nach gelungenem Abwehren des letzten Knielinger Angriffs hatte die HSG durch eine 100%ige Torchance Sekunden vor dem Schlusspfiff sogar noch die Chance zum Siegtreffer. Trainer Christopher Körner war stolz: „Die Mannschaft hat eine unheimliche Moral gezeigt und hat sich nie hängen lassen. Ich ziehe den Hut vor meinem Team.“


„Befreit und locker“

(soz) Malschenberg begeistert auch beim 27:19 in Mosbach

 

Heidelberg (soz) „Wir genießen diese Situation“, sagt Christian Ruß. Völlig unerwartet steht der Trainer mit seinem TSV Malschenberg auf Platz zwei in der Landesliga. Auch das Spitzenspiel beim TV Mosbach gewann die Mannschaft vom Letzenberg in beeindruckender Art und Weise 27:19. Die Gäste dominierten die Partie über weite Strecken: Vor allem zu Beginn (4:8 und 7:11) und ab der 45. Minute. Da zog der TSV vom 16:17 (43.) auf 18:24 (50.) davon.

 

„Wir sind befreit und locker“, hat Ruß erkannt. „Die Mannschaft kann ohne Druck spielen, das macht bei ihr offenbar einen großen Unterschied aus und setzt Kräfte frei.“ In der Vor-Saison kämpfte Malschenberg lange gegen den Abstieg. Aber schon da, gegen Ende der Runde, sah man eine Entwicklung. „Wir haben vielleicht nicht das große spielerische Talent anderer Mannschaften“, erklärt Ruß das Geheimnis des Erfolgs, „aber wir halten zusammen und spielen meistens eine richtig gute Abwehr, in der jeder für den anderen da ist. Die Siege zuletzt gaben uns natürlich auch Selbstvertrauen.“

 

Doch Ruß hält nichts davon, das Saison-Ziel („Sorgenfreie Runde“) zu korrigieren. „Das wäre völlig verkehrt. Wir sollten bescheiden und demütig bleiben. Wir sollen uns freuen über den Verlauf der Runde und auf das dritte Spitzenspiel in Folge.“

 

Am Sonntag gastiert Spitzenreiter Dittigheim in der Mannaberghalle. „Die sind Favorit, die wollen aufsteigen, die haben Druck“, meint Ruß. „Wir fühlen uns als Außenseiter richtig wohl.“

 

Landesliga-Aufsteiger TSV Rot 2 verlor das Keller-Duell beim Tabellenletzten SV Waldhof 24:27. Dabei produzierten die Gäste eine Vielzahl an technischen Fehlern, agierte zu statisch und ohne Spielwitz.

 

Die TSG Wiesloch verschafft sich im Abstiegskampf der Badenliga durch das überzeugende 31:26 gegen Stutensee ein wenig Luft. Entscheidend für den Erfolg war ein 8:2-Lauf in der zweiten Halbzeit zum 27:21.

 

Auch die HSG St. Leon/Reilingen gewann – 26:21 gegen Pforzheim. Dabei lag St. Leon zur Pause noch 11:14 zurück, legte aber nach dem 16:16 durch eine hervorragende Abwehr-Arbeit (nur ein Treffer in zwölf Minuten) den Grundstein für den wichtigen Erfolg.

 

(soz) 1.Kreisliga Männer

 SC Sandhausen gegen PSV Knights Heidelberg 1.Kreisliga Männer

 TSV Malschenberg 2 gegen TV Sinsheim


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Geschichten aus dem Kreis


Handballer aus Leidenschaft

Der Kreisvorsitzende Jürgen Brachmann wird heute 65

 

(soz) Ein Klassenkamerad lud ihn Mitte der 1960-er Jahre mit den Worten ein: „Komm’ doch mal ins Handball-Training!“ Und Jürgen Brachmann, damals 15, besuchte bei der KuSG Leimen tatsächlich eine Übungseinheit. Seit diesem Tag ist er Handballer aus Leidenschaft.

 

Erst Spieler: „Im Großfeld! Auf Asche! Als Läufer und Außen! Meine Stärke war die Schnelligkeit.“ Dann Funktionär, weil sich bereits mit 25 der Ischias-Nerv auf unerträgliche Weise bemerkbar machte und er als Aktiver aufhören musste. Er wurde Trainer u.a. bei seinem Heimat-Klub KuSG Leimen, dem BSC Mückenloch und der SG Walldorf. Später Rechtswart beim badischen Verband. Und Schiedsrichter: „Ich habe nie eine Rote Karte zeigen müssen wegen Beleidigung. Ich habe versucht, die Spiele so zu leiten, dass immer eine Linie erkennbar war. Einmal ist es mir offensichtlich so gut gelungen, dass die Spielerinnen nach einem Foul freiwillig vom Spielfeld runtergingen, als ich noch gar nicht gepfiffen hatte – weil sie wussten, sie bekommen jetzt eine Zwei-Minute-Strafe.“

 

2013 schließlich der Höhepunkt seiner Funktionärs-Karriere, als Brachmann in Wilhelmsfeld zum Vorsitzenden des Handball-Kreises Heidelberg gewählt wurde.

 

Er ist keiner, der zu allem Ja und Amen sagt. Er ist einer, der mahnend den Zeigefinger hebt, wenn seiner Meinung etwas falsch läuft – vor allem, wenn es um Belange beim badischen Handball-Verband geht. Er weiß: „Das kommt nicht überall gut an. Es gab schon einige Dinge, bei denen ich angeeckt bin. Aber das werde ich auch in Zukunft tun. Denn als ich vor vier Jahren gewählt wurde, habe ich diese kritische Begleitung in meiner Antrittsrede versprochen.“

 

Jürgen Brachmann wird an diesem Freitag 65. Den runden Geburtstag feiert Heidelbergs Handball-Boss heute Abend mit seiner Familie in einem Walldorfer Hotel. Dabei sind natürlich auch seine drei Söhne (35, 33, 19). Die spielen übrigens alle drei Tennis. Dafür möchte Brachmann seinen Enkel Benedikt (2) gerne als Handballer sehen. Um ihm den Einstieg zu erleichtern, hat er ihm bereits einen kleinen Handball gekauft...

 

Im Frühjahr 2018 geht Brachmann in Rente – aber nur bei der Uni Heidelberg, wo er in der Verwaltung tätig ist: „Den Handballern bleibe ich noch ein paar Jahre erhalten. Die werden mich so schnell nicht los.“ Das „So schnell“ dauert nun schon über 50 Jahre.

 


„Noch ‘ne extra Runde gehüpft“

Dossenheimer Handballer gewinnen das Spitzenspiel und sind vorzeitig Herbstmeister

 

(soz). Die Dossenheimer hüpften gerade ein paar Siegesrunden im Kreis und genossen die Leichtigkeit des Seins, als die nächste gute Nachricht vermeldet wurde. „Irgendjemand schrie uns zu, dass Plankstadt verloren hat“, berichtet Spielertrainer Nicolai Elfner, „da sind wir eben noch ‘ne extra Runde gehüpft.“

 

Es lief alles richtig gut an diesem Wochenende für die Verbandsliga-Handballer der TSG Dossenheim: Sie gewannen das Spitzenspiel gegen den Zweiten Ettlingen 25:19, der eigentliche Top-Favorit Plankstadt patzte in Walzbachtal. Die TSG hat sich nun einen komfortablen Drei-Punkte-Vorsprung erarbeitet und ist bereits einen Spieltag vor dem Ende der Vorrunde ungeschlagener Herbstmeister.

„Wir sind definitiv in einem Flow“, bestätigt Elfner den neudeutschen Begriff, der in letzter Zeit immer dann hervorgeholt wird, wenn was Überraschendes eingetreten ist, das man rational nicht erklären kann. So ziemlich alle wussten im Sommer, dass Dossenheim eine gute Mannschaft hat – aber dass der letztjährige Dritte die Verbandsliga dominiert wie Bayern München zu besten Pep-Guardiola-Zeiten die Fußball-Bundesliga, das hatte wohl niemand auf der Rechnung.

 

Beispiele gefällig? Den TSV Rot, neben Plankstadt vor der Saison Aufstiegs-Favorit, 28:19 hergespielt. Jetzt dem Zweiten Ettlingen keine Chance gelassen, obwohl die TSG nicht ihre beste Leistung abrief. Elfner stellte selbstkritisch fest: „Es war kein berauschendes Spiel von uns, ich habe beispielsweise einen rabenschwarzen Tag erwischt. Dazu haben wir zu viele dumme Fehler gemacht und zu viele richtig gute Chancen liegen gelassen.“ Aber es reichte, um den Tabellen-Zweiten zu dominieren. Die TSG lag 10:5 (21.) und 12:8 (28.), beim 13:12 (33.) war das Spiel freilich wieder offen. Allerdings nur für kurze Zeit, denn Dossenheim setzte sich auf 20:14 (44.) und schließlich 23:18 (56.) entscheidend ab.

 

So nüchtern Elfner den großen Sieg beschreibt, so schwärmerisch wird er, wenn er über seine Mannschaft spricht: „Das ist so eine geile Truppe... Wir haben schon einen super Kader, sind breit aufgestellt. Keiner kriegt Kohle bei uns, ganz viele Spieler kommen aus der eigenen Jugend.“ So präsentiert sich Dossenheim Woche für Woche frisch, fröhlich und frei von der Leber weg. „Ich versuche immer, den Erwartungsdruck zu nehmen“, berichtet Elfner, „ich sage den Jungs, sie sollen sich lockermachen. Wenn wir das spielen, was wir können, können wir jeden in dieser Klasse schlagen.“ Offensichtlich rufen sie ihr Potenzial derzeit oft ab.

 

Wird auch nötig sein, um in zwei Wochen die nächste große Prüfung zu bestehen. Dann steigt der nächste Hit bei der TSG Plankstadt, mit drei Minuspunkten Rückstand immer noch Verfolger Nummer 1. „Ich bin überzeugt, dass wir auch dort richtig gut spielen werden“, sagt Elfner. „Der Druck liegt jetzt eindeutig bei Plankstadt. Die müssen abliefern. Wenn sie das auch noch verlieren, hätten sie fünf Punkte Rückstand auf uns.“ Was Elfner nicht sagt: Dann wäre immer noch nichts entschieden, aber das müsste eine Mannschaft gegen diese starken Dossenheimer erst einmal aufholen.

 

 

Heidelberg (soz) In fremder Halle hat es bisher gut geklappt, nur vor heimischem Publikum zeigte der Handball-Verbandsligist TSV Rot im bisherigen Verlauf der Runde seine Schwächen. Fünf Verlustpunkte in eigener Halle stehen zur Halbzeit der Saison bereits zu Buche. Im Spitzenspiel gegen die Drittliga-Reserve der SG Leutershausen konnte man nun endlich auch zu Hause an die zuletzt gezeigten starken Auftritte in Eggenstein und Königshofen anknüpfen und gegen den bisher noch ungeschlagenen Tabellenführer einen wichtigen 30:26-Sieg einfahren, kehrt damit selbst zurück in den Kampf um die Meisterschaft.

 

Rot begann rasant, setzte sich gleich auf 6:2 ab. Bis zum 7:4 nach acht Spielminuten war man noch guter Dinge, dann aber erfolgte ein jäher Bruch im Angriffsspiel beim TSV Rot. Zehn Minuten gelang kein einziger Treffer mehr. In dieser Zeit hatten die Gäste nicht nur wieder ausgeglichen, sondern waren nun ihrerseits mit 7:10 in Führung gegangen. Vor allem Felix Hildenbeutel, der in dieser Phase fünf seiner insgesamt sechs Treffer erzielt hatte, konnte dabei oftmals beinahe unbedrängt zu einfachen Torwürfen kommen. Trainer Roland Mächtel nahm zum richtigen Zeitpunkt eine Auszeit, danach hatte sich sein Team wieder gefangen. Die Abwehr ging nun konzentrierter zu Werke, Felix Hildenbeutel kam nicht mehr so einfach zum Zuge. Auch die Aktionen von Leutershausens Spielgestalter Peter Mohr wurden nun unterbunden. Hinzu kam, dass nun auch Janis Steinhauser im Tor des TSV zulegen konnte und mehrere klare Chancen der Gäste, darunter auch zwei Strafwürfe, zunichte machte. Er gab dann auch in der zweiten Spielhälfte seinen Vorderleuten einen starken Rückhalt. Beim 11:11 in der 25. Spielminute war wieder der Ausgleich fällig, zur Pause lag der TSV Rot wieder mit zwei Treffern in Führung.

 

Gleich nach dem Wechsel dann eine frühe Vorentscheidung. Rot kam hellwach aus der Kabine und hatte sich mit drei Treffern in Folge innerhalb von drei Minuten schnell auf 17:12 abgesetzt. Das zeigte Wirkung bei den Gästen. Es folgte nun die stärkste Phase im Spiel des TSV Rot, der sich in der Folge deutlich auf bis zu neun Treffer (26:17 / 47. Min.) absetzen konnte. Die Disqualifikation von Felix Hildenbeutel kurz zuvor, sorgte zusätzlich für eine Schwächung bei den Gästen. Nach dem 29:20 in der 53. Spielminute ließ dann bei der Heim-Mannschaft die Konzentration etwas nach, was die Gäste bis zum Schlusspfiff wieder auf 30:26 herankommen ließ.

 

Der Höhenflug des TV Eppelheim, der mit einem Sieg Tabellenführer hätte werden können, wurde im Heimspiel gegen die HSG Walzbachtal beendet. Denn die Gäste entführten beim 24:27 beide Punkte aus dem CSSC und sorgten dafür, dass es an der Spitze noch enger geworden ist.

 

Dabei waren die Voraussetzungen für einen Erfolg des TVE gar nicht so schlecht. Lediglich Philipp Stotz war nicht ganz fit, jedoch spielbereit. Trotzdem brachte der TVE erst mal kein Bein auf den Boden. Hinten packte die Abwehr nicht ordentlich zu, vorne häuften sich die Fehler. So stand es nach 18 Minuten bereits 4:10, als die Trainer des TVE ihre Auszeit nahmen. Doch deren Erfolg verpuffte, weil Fehlwürfe und Fehlpässe den Gegner zum Konterspiel einluden, so dass es mit einem 8:14 in die Pause ging.

 

Nach dem Wechsel trat der TVE deutlich entschlossener auf. Doch nun fehlte oftmals auch das nötige Glück, zumal der gegnerische Torhüter sein bestes Saisonspiel machte und die Eppelheimer Angreifer fast zur Verzweiflung brachte. 13:20 war der Zwischenstand, als die Hausherren noch einmal Mut schöpften. Denn sie konnten auf vier Tore verkürzen (16:20). Eppelheim kam, mit einer offeneren Deckung operierend, noch auf drei Tore heran – doch individuelle Fehler und teilweise schwer nachzuvollziehende Entscheidungen der Unparteiischen ließen keine Wende mehr zu.

 

TVE-Trainer Robin Erb war vor allem über die Anfangsphase enttäuscht: "Das ist nun schon das dritte Spiel, in dem wir einen schlechten Start hatten. Diesmal konnten wir es nicht mehr umbiegen.“

 

Enttäuscht muss auch die TSG Dossenheim sein. Denn die Aufholjagd des letztjährigen Vize-Meisters wurde durch das 26:31 beim TSV Malsch überraschend gestoppt. Jann Jenne mit acht und Christian Breitenstein mit elf Toren waren die überragenden Akteure auf Malscher Seite.