Handballer aus Leidenschaft

Der Kreisvorsitzende Jürgen Brachmann wird heute 65

 

(soz) Ein Klassenkamerad lud ihn Mitte der 1960-er Jahre mit den Worten ein: „Komm’ doch mal ins Handball-Training!“ Und Jürgen Brachmann, damals 15, besuchte bei der KuSG Leimen tatsächlich eine Übungseinheit. Seit diesem Tag ist er Handballer aus Leidenschaft.

 

Erst Spieler: „Im Großfeld! Auf Asche! Als Läufer und Außen! Meine Stärke war die Schnelligkeit.“ Dann Funktionär, weil sich bereits mit 25 der Ischias-Nerv auf unerträgliche Weise bemerkbar machte und er als Aktiver aufhören musste. Er wurde Trainer u.a. bei seinem Heimat-Klub KuSG Leimen, dem BSC Mückenloch und der SG Walldorf. Später Rechtswart beim badischen Verband. Und Schiedsrichter: „Ich habe nie eine Rote Karte zeigen müssen wegen Beleidigung. Ich habe versucht, die Spiele so zu leiten, dass immer eine Linie erkennbar war. Einmal ist es mir offensichtlich so gut gelungen, dass die Spielerinnen nach einem Foul freiwillig vom Spielfeld runtergingen, als ich noch gar nicht gepfiffen hatte – weil sie wussten, sie bekommen jetzt eine Zwei-Minute-Strafe.“

 

2013 schließlich der Höhepunkt seiner Funktionärs-Karriere, als Brachmann in Wilhelmsfeld zum Vorsitzenden des Handball-Kreises Heidelberg gewählt wurde.

 

Er ist keiner, der zu allem Ja und Amen sagt. Er ist einer, der mahnend den Zeigefinger hebt, wenn seiner Meinung etwas falsch läuft – vor allem, wenn es um Belange beim badischen Handball-Verband geht. Er weiß: „Das kommt nicht überall gut an. Es gab schon einige Dinge, bei denen ich angeeckt bin. Aber das werde ich auch in Zukunft tun. Denn als ich vor vier Jahren gewählt wurde, habe ich diese kritische Begleitung in meiner Antrittsrede versprochen.“

 

Jürgen Brachmann wird an diesem Freitag 65. Den runden Geburtstag feiert Heidelbergs Handball-Boss heute Abend mit seiner Familie in einem Walldorfer Hotel. Dabei sind natürlich auch seine drei Söhne (35, 33, 19). Die spielen übrigens alle drei Tennis. Dafür möchte Brachmann seinen Enkel Benedikt (2) gerne als Handballer sehen. Um ihm den Einstieg zu erleichtern, hat er ihm bereits einen kleinen Handball gekauft...

 

Im Frühjahr 2018 geht Brachmann in Rente – aber nur bei der Uni Heidelberg, wo er in der Verwaltung tätig ist: „Den Handballern bleibe ich noch ein paar Jahre erhalten. Die werden mich so schnell nicht los.“ Das „So schnell“ dauert nun schon über 50 Jahre.